Pen-Paper.at
April 05, 2025, 20:10:08 *
Willkommen Gast. Bitte einloggen oder registrieren.

Einloggen mit Benutzername, Passwort und Sitzungslänge
News: Auf Grund von 50-100 Botanmeldungen/Tag, bitte alle diejenigen die sich hier registrieren möchten eine Email an webmaster@pen-paper.at senden. Wichtig dabei angeben:
Benutzername
Emailadresse für die Registrierung
Passwort
 
  Home   Forum   Hilfe Chat Member Map Einloggen Registrieren  
Seiten: 1 ... 6 7 [8] 9 10 ... 13   Nach unten
  Drucken  
Autor Thema: [Intime] In der Höhle des Opferlamms  (Gelesen 117956 mal)
Beschreibung: Teil Eins - Kapitel II
Wuschel
Moderator
*****
Offline Offline

Beiträge: 1396


WWW
« Antworten #105 am: Februar 28, 2010, 23:32:37 »

Der Vogel, dessen Art Nathalia noch nie gesehen hatte, legte den Kopf schief.
Er flatterte zu ihr hinüber, der Baum auf dem er gesessen hatte wippte unter der Erleichterung seines Gewichts. Er landete auf Fedais Schulder, der jedesmal unter ihm in die Knie zu gehen drohte. Seine klaren wachen Augen überraschten Nathalia. Sie konnte so etwas wie Intelligenz darin lesen.
'Ich bin...' er gurrte etwas, das sich für Nathalia als Jäger der Winde übersetzen ließ. 'Ich bin der Bewahrer des Erbes Freys, bis ihr Kind herangereift ist, es zu tragen. Und wer magst du sein...?' Er hielt inne. '...Tzimisce?' setzte er provozierend nach.
'Ich erkenne dich, Kind von Elaine. Ich weiß auch was geschah, an jenem Tag. Ich weiß, ihr habt die gleiche Beute.'

Remy kam sich vor wie ein Fremder in einer Welt, deren Sprache er nicht beherrschte.
Nathalia, Fedai und dessen Vogel tauschten in dessen Sprache irgendetwas ähnliches wie Worte. Jedenfals krähten und schrien und gurrten sie abwechselnd.
Während er das Seil überprüfte, erkannte er, daß der Knoten ziehlich fest saß, und man ihn nur mit einem Trick wieder aufbekommen konnte. Je fester man am Seil zog, dest fester zog sich auch der Knoten zusammen.
Gespeichert
Bloodmage
Greenhorn
**
Offline Offline

Geschlecht: Männlich
Beiträge: 169


Jungfrau


« Antworten #106 am: März 01, 2010, 00:32:07 »

Fedai knurrte leicht, erhob sich wieder als der Vogel auf seiner Schulter saß, scherte sich aber kein bisschen darum ob seine Kleidung oder seine Hände schmutzig geworden sind.

"Täuschung ... Feigheit. Ich habe mein Leben lang nicht vor einem Kampf zurückgeschreckt und werde es auch in Zukunft nicht. Ich will mir meine Beute verdienen ... ich will sie jagen nicht durch Täuschung weiter kommen."

Er war stolz, stolz auf seine Fähigkeiten. Er war der Wolf, der Bär. Er jagte seine Beute und erlegte sie direkt, nicht durch Heimlichkeit und List sondern durch Außdauer, Hast und Kraft.

"Der Fürst des Landes? Ihr dient einem Menschen?"

Gespeichert

Alukard
kleiner Alu
Moderatorenteam
******
Offline Offline

Geschlecht: Männlich
Beiträge: 6248


Steinbock


« Antworten #107 am: März 01, 2010, 16:41:20 »

"Ja, das bin ich...", kreischte Nathalia und sah den Bussard forschend an, "du weißt viel, Jäger der Winde." Ihre Stimme war nicht wütend sondern vielmehr klang sie überrascht und neugierig. "Wir haben wohl alle etwas gemeinsam mit den Purpur Röcken." Frey war also die Erzeugerin von Fedai. Nathalia zischte den Vogel nur noch etwas zu. Immerhin...wusste er ihrer Meinung nach zu viel . Nein, sie verstummte und ließ das Zischen aus ihrer Kehle leise verstummen. "Vielleicht ist die Beute ein gemeinsame Beute!"

Nathalia sah vom Vogel weg. Dessen Charakter war sehr aufbrausend, direkt und raubvogelhaft. Nathalia wechselte wieder in die Sprache der Menschen. Fragen... . Warum machte Remy eigentlich nicht mit. Sonst war er doch nicht stumm zu bekommen. Egal, Fedai sollte vieles wissen aber besser nicht alles, denn wenn man noch Informationen hatte, war man für andere noch nützlich.

"Ich tue nur das, was ich bereits seit Jahren praktiziert habe, Fedai. Ich bin kein Wolf...sondern eher eine Katze, sodass wir unterschiedliche Jagdtypen sind. Ich lernte es von, Elaine. Vielleicht ist deine Jagd auch nicht verkehrt, aber nun zurück zu deiner Frage.

Ich diene keinem Fürst der Menschen. Ich bin mit Bruder Remy unterwegs im Auftrag von Krak. Er ist der Tzimisce Fürst dieser Lande, wenn ich es recht bedenke, da unsere Erzeuger alle etwas mit ihm zu tun hatten. Wir jemanden, der uns helfen soll. Vielleicht kann dein Vogel dir mehr zum Fürsten sagen." Nathalia sah den Raubvogel in die Augen. Nah komm, geb an mit deinem Wissen. Dieses Mal verschränkte die junge Vampirin die Arme vor der Brust. Ihre Miene wurde undurchsichtig.
Gespeichert

The only way to do great work is to love what you do. If you haven’t found it yet, keep looking. Don’t settle. As with all matters of the heart, you’ll know when you find it.
Wuschel
Moderator
*****
Offline Offline

Beiträge: 1396


WWW
« Antworten #108 am: März 02, 2010, 21:37:07 »

Skraal sah kurz zu Fedai hinüber.
'Genau genommen, sind wir auf dem Weg zum... Fürsten Krak wie du ihn nennst,' erwiederte er Nathalia, 'Sieht so aus als seien Wilderer in seinem Gebiet. Ihr lebt nach Regeln, die ich nicht verstehe, aber ich habe einen Auftrag, und soviel verstehe ich: Man muß um Erlaubnis Fragen um ein fremdes Revier zu durchqueren. Außerdem willst nicht nur du Rache, Kainskind.'
Er richtete sich auf und begann mit den Flügeln zu schlagen.
'Ich folge meinen eigenen Regeln. Es wird Zeit für mich auf die Jagd zu gehen.' Er stieß sich kraftvoll von Fedais Schulter ab und flog davon.
Fedai kannte das bereits. Immer zum Wechsel zwischen Tag und Nacht verließ er ihn, um in der Dämmerung Beute zu schlagen.

So verschieden und mißtrauisch sie waren, etwas hatten sie gemeinsam in diesem Moment: Ihr Instikt sagte ihnen, daß es Zeit war, Schutz zu suchen. Jeder hatte dieses Gefühl schon erfahren, doch heute schien die Gefahr, die ihnen ihr Inneres suggerierte, größer zu sein als sonst. Sie konnten nur hoffen, daß Fedai tatsächlich der größte Jäger hier im Wald war.
Remy wusste, daß es noch eine Stunde dauern würde, bis die Sonne aufging.
« Letzte Änderung: März 02, 2010, 22:13:24 von Wuschel » Gespeichert
Alukard
kleiner Alu
Moderatorenteam
******
Offline Offline

Geschlecht: Männlich
Beiträge: 6248


Steinbock


« Antworten #109 am: März 06, 2010, 18:31:21 »

"Wir werden sehen, Jäger der Winde", knurrte Nathalia und sah dem Raubvogel mit finsterem Blick nach. Von einem auf den anderen Moment sah sich die Vampirin nervös um. Ihr Kopf regte sich in die Höhe und ihre Augen glitten den Horizont ab. Die Worte des Vogels hatten sie an etwas wichtiges erinnert. Ein Versteck musste her. Irgendwo sollte es hier etwas geben. Das Seil runter. Ihre Handlungen wurden durch ihren Instinkt geleitet. Am Seil angekommen bereitete sie sich auf den Abstieg vor.

"Wenn ihr überleben wollt, folgt uns Gangrel!", meinte sie beiläufig zum Jäger. Das Knurren war aus ihrer Stimme verschwunden. Sie lang freundlich, dennoch war eine Spur von Verachtung heraus zu hören.

Nathalia machte sich daran, den Boden in der Nähe des Baumes mit ihren Händen aufzureißen. Sie musste sich Erde mitnehmen, damit sie ruhiger schlafen konnte. Fünf Hände voll in ihre Schuhe, die sie anschließend wieder fest verschnürte. "Dort unten finden wir Schutz, Bruder bewegt euch", meinte Nathalia hastig, "Wie besprochen, gehe ich vor und dann ihr, Bruder."

« Letzte Änderung: März 07, 2010, 22:09:27 von Alukard » Gespeichert

The only way to do great work is to love what you do. If you haven’t found it yet, keep looking. Don’t settle. As with all matters of the heart, you’ll know when you find it.
Aphiel
Meister des geschliffenen Wortes
Legende
*****
Offline Offline

Geschlecht: Männlich
Beiträge: 3131


Honigkekse? ... ? ... HONIGKEKSE!!!

Stier


« Antworten #110 am: März 08, 2010, 15:21:30 »

Remy verfolgt den seltsamen 'Dialog' mit dem Tier aus dem Augenwinkel, tat aber weiterhin so, als wäre er mit dem Seil beschäftigt. Während Nathalia mit dem anderen sprach, lauschte er besonders aufmerksam. So bekam er wenigstens etwas über dessen Absichten mit. Ein Jäger also... Dennoch hatte das Reißen des Esels wenig von einer Jagd gehabt, zumindest für Remys Geschmack. Es war eine Beute gewesen, die sich dieser Fedai wohl sehr leicht verdient hatte.

Als sich dann Nathalia näherte und der Vogel davonflog, richtete er seinen Blick wieder auf das Seil. Kaum war Nathalia nahe genug, sagte er knapp: "Das Seil wird halten, der Knoten sitzt sehr fest." Sein Blick wanderte neugierig über die Gestalt des Neuankömmlings, aber er würde ihn erst ansprechen, wenn dieser das Wort an ihn richtete. Es gab zwei Gründe für ein solches Verhalten: das eine war Achtung oder Ehrerbietung, wie er sie Krak gegenüber erwiesen hatte. In diesem Fall war es aber der andere Grund, der Remy so handeln liess.

Dann sah er Nathalia zu, wie sie in die Höhle hinabkletterte, und prägte sich die Orte ihrer Schritte ein, so gut er es vermochte. Nun war die Reihe an ihm. Er griff fest das Seil mit beiden Händen, als wäre es das Glockenseil in einem Kirchturm. Innerlich stählte er sich, bevor er den ersten Fuss in die Öffnung setzte.

---

Gespeichert

Ihr wünscht Euch mit mir zu messen? Bedenkt, zum wahren Können braucht es Agilität, Grazie und Stil - wie bedauerlich, dass die Passionen an Euch bei diesen gespart haben, mein Freund.

---
Remy le Duc (Vampir)
Bloodmage
Greenhorn
**
Offline Offline

Geschlecht: Männlich
Beiträge: 169


Jungfrau


« Antworten #111 am: März 10, 2010, 13:56:48 »

Zum Fürsten ... wenn ihm dieses Revier gehörte würde er sicher auch wissen wohin er musste um seine Beute zu erwischen. Diese Ritter würden ihm zum Opfer fallen und wenn die beiden komischen Kainiten wussten wie man zum Herren dieses Gebietes kam, dann würde er ihnen folgen. Außerdem waren sie offenbar auf der Jagd nach der gleichen Beute wie er.
Skraal verschwand wie immer um diese Zeit und es war besser wenn er sich auch langsam einen Unterschlupf suchte.
Er rückte den Bogen auf seinem Rücken zurecht und schnürte sein Schwert ab um es sich auf den Rücken zu binden. Wenn es zum Klettern kam, wollte er es nicht im Weg haben.
Ruhigen Schrittes ging er der vorlauten Frau nach. Den toten Esel würdigte er keines Blickes mehr. Nicht aus Grausamkeit oder Verachtung, sondern einfach aus gleichgültigkeit. Sobald die Vampire verschwunden waren würden sich Aasfresser über den Kadaver her machen und so den Kreis des Lebens und Todes schließen.
Remy wurde durch das rote Auge des Gangrels gemustert, aber er blieb dann vor ihm stehen.

"Nach euch ... Bruder."

Der Klang mit dem er den 'Titel' aussprach konnte man nur schwerlich deuten, es schwang ein Hauch von Verachtung mit sich, aber es klang leicht verwässert wie von jemanden der sich dazu zwang über solcherlei menschlichem Verhalten zu stehen.

Sobald der Mönch mit dem Abstieg begann folgte Fedai.

Gespeichert

Wuschel
Moderator
*****
Offline Offline

Beiträge: 1396


WWW
« Antworten #112 am: März 19, 2010, 00:23:59 »

Nathalia legte ihre Hände um das Seil und begann den Abstieg. Sie musste sich in der absoluten Dunkelheit auf ihren Tastsinn verlassen. Unter ihren Füßen spührte sie Gröll, das sie ab und zu ins Rutschen brachte. Je tiefer sie hinabstieg, desto mehr fiel ihr der Geruch auf, der nach oben stieg, feucht und dumpf. Außerdem hörte sie etwas. Kleine Wassertropfen spielten eine seltsame Melodie, die immer von Disharmonischen Klängen heimgesucht wurde.
Langsam nahm die starke Steigung ab.
Als das Seil erschlaffte und kein Geräusch an sein Ohr drang, außer dem rieseln von Erde, wußte Remy, daß er an der Reihe war. Wider erwarten war Nathalia fast senkrecht in dem Schacht verschwunden, und so hatte er keine andere Möglichkeit, als seinen Weg selbst zu suchen. Trotz Sandalen und fehlender Erfahrung konnte er sich erstaunlich gut an dem Seil festhalten und einen Fuß hinter den anderen setzen. Auch him stieg der Geruch gelösten Kalks in die Nase und er nahm genauso in der völligen Dunkelheit die Geräusche des natürlich Orchesters wahr. Er kam etwas langsamer zu der Stelle ander es langsam abflachte, von hier war es deutlich leichter.
Fedai, der Remy dank seiner Fähigkeiten genau beobachten konnte, kam zu dem Schluß daß es besser sein würde, den Möch erst weiter voran steigen zu lassen, denn er Griff anfangs ungeschickt nach dem Seil. Als er ihm nachspähte sah er jedoch, daß er recht gut zurecht kam. Schnell verschwand er aus seinem Blickfeld.
Als sich der Gangrel sicher nach unten gleiten ließ, spürte Remy, wie sich das Seil spannte, doch mit dem Spüren der Nähe Nathalias wusste er, daß er es unbeschadet überstanden hatte. Der Fedai hatte etwas mehr Mühe als sonst den Weg zu bewältigen, hatte er solche zwar Dinge schon oft getan, aber das Geröll unter seinen Füßen war aufgewühlt.
Von der puren Feuchtigkeit wurde der Staub jedoch zu Boden gedrückt was seiner sicht nicht viel halb denn es war ein Platz sich zu drehen.
Unten angekommen sah er Nathalia und Remy warten.
Sie befanden sich in einer weiten Höhle, die über und über mit Tropfsteinen bedeckt war, die teilweise mannshoch waren. Sein Blick streifte streifte Wände. Es gab nur einen Weg weiter, dort wo er keine Höhlenwand sehen konnte.
Gespeichert
Alukard
kleiner Alu
Moderatorenteam
******
Offline Offline

Geschlecht: Männlich
Beiträge: 6248


Steinbock


« Antworten #113 am: März 22, 2010, 13:48:01 »

Für eine kurze Zeit vergaß Nathalia, dass sie mit den anderen Zusammen war. Sie versuchte sich in der neuen Umgebung zurecht zu finden. Es gelang ihr so gut wie nicht, da es keine Lichtquelle gab. Nur der Einstieg bot ihr ein wenig Licht. Die Augen hatte sie zu schmalen Schlitzen zusammen gezogen. Der Geruch und die Geräusche drangen verstärkt an ihre Sinne. Eine Weile musste sie sich zusammennehmen. Mit den Händen voran tastete sie sich voran. Es waren vielleicht fünf Schritte, die sie zurück gelegt hatte, bevor sie stehen blieb.

Das Tier in ihr zerrte. Der Instinkt sagte ihr, dass es Zeit war, sich irgendwo hinzulegen. Noch konnte sie gegen die Müdigkeit ankämpfen, doch die Verlockung war groß, sich einfach fallen zu lassen. Nathalia biss sich auf die Lippe und wartete auf die anderen. Sie wusste, sie konnte die Umgebung "sehen", wenn sie es wollte so wie sie die Ritter gesehen hatte. Die Frage war nur, ob es schon der richtige Zeitpunkt war, sich das Gelände aus ihren Augen anzusehen.

Der Gangrel sollte sie führen. Wie es um ihren Bluthaushalt gestellt war, konnte sie nicht sagen, sodass ihr Verstand ihr sagt: ausharren, sparen. Die Kraft konnte sie noch gut brauchen. Die beruhigte sich. Remy konnte sie immer noch davon überzeugen, dass er dem Tier nicht entkommen konnte. Ehrlich gesagt war ihr der Mönch lieber als ein wildes Tier...denn sie konnte so sein wie er. Sie war mal wie er gewesen.
Gespeichert

The only way to do great work is to love what you do. If you haven’t found it yet, keep looking. Don’t settle. As with all matters of the heart, you’ll know when you find it.
Aphiel
Meister des geschliffenen Wortes
Legende
*****
Offline Offline

Geschlecht: Männlich
Beiträge: 3131


Honigkekse? ... ? ... HONIGKEKSE!!!

Stier


« Antworten #114 am: März 22, 2010, 16:41:32 »

"Wir müssen tiefer hinein. Die Sonne wird bald aufgehen und je weiter wir weg von der Öffnung sind, desto besser. Ihr habt nicht zufällig eine brennende Fackel dabei?"

Enttäuscht stellte Remy fest, dass selbst seine verstärkten Sinne ihm hier unten nicht viel halfen, es war einfach zu dunkel. Seine Kerze befand sich noch immer in seinem Tragebeutel, doch ohne Feuerquelle hatte er keine Möglichkeit, sie zu entzünden. Daher blieb nur, sich vorsichtig voranzutasten. Lediglich der schwache Kontrast der fast völligen Dunkelheit mit seiner überaus bleichen Haut liess ihn erahnen, wo sich seine Hände befanden. Dies war das erste Mal, dass er im Makel seines Clans einen Vorteil zu erkennen vermochte.

So tastete er sich langsam mit ausgestreckten Armen Schritt für Schritt vorwärts, fort von der Öffnung, durch die das Sonnenlicht hereinfallen konnte. Natürlich erinnerte er sich, dass die Öffnung dicht bewachsen war, und dass auch der Wald relativ dicht stand, von der kleinen Lichtung mal abgesehen. Es war schon unwahrscheinlich, dass ein Sonnenstrahl direkt bis ins Innere fallen konnte, aber es gab keinen Grund, ein Risiko einzugehen. Einen Augenblick lang schickte er sich an, seine Kenntnisse in Mathematik und Geometrie zu verwenden, um tatsächlich zu berechnen, in welchem Winkel die Sonne hereinscheinen konnte. Doch er gab das Unterfangen ebenso schnell wieder auf, als ihm bewusst wurde, dass er dazu zu wenige Informationen hatte.

"Es wird hier wohl kaum den Luxus einer ordentlichen Schlafgelegenheit geben, aber Sicherheit ist mir wichtiger als Komfort. Wenn wir tiefer in die Höhle gehen, bis sie eine Biegung macht, wird uns das ausreichend vor dem Sonnenlicht schützen."

Vorsichtig arbeitete er sich mit gesteigerten Sinnen weiter in die Dunkelheit vor, immer mit dem Fuss vorausfühlend, um nicht in einen Abgrund zu stürzen.
---

Gespeichert

Ihr wünscht Euch mit mir zu messen? Bedenkt, zum wahren Können braucht es Agilität, Grazie und Stil - wie bedauerlich, dass die Passionen an Euch bei diesen gespart haben, mein Freund.

---
Remy le Duc (Vampir)
Wuschel
Moderator
*****
Offline Offline

Beiträge: 1396


WWW
« Antworten #115 am: März 28, 2010, 18:15:43 »

"Braves Mädchen...," hörte es Nathalia leise flüstern. "Doch diese Erde wird dich nicht gut schlafen lassen. Deine Heimat mag hier sein, doch die Heimat des Blutes, dessen du nun entstammst, ist fort von hier."

Sie erinnerte sich im nachinein daran, wie schwach sie sich gefühlt hatte, als sie vor den Goldenen geflohen war. Mit jeder Nacht hatte sie sich ausgelaugter gefühlt, bis sie unter den Schutz Kraks getreten war. Die Erde in den Särgen hatte ihr Trost gespendet.

Sie hatte es schwer, Remys Worten zu folgen.
"Darin liegt auch der Schlüssel, im Blut. Mische es mit der Erde, die du bei dir trägst, konzentriere dich auf das Gefühl, was dein Geist als Geborgenheit kennt, dann wirst du für einen Tag und eine Nacht Muttererde daraus erschaffen haben..."
Gespeichert
Bloodmage
Greenhorn
**
Offline Offline

Geschlecht: Männlich
Beiträge: 169


Jungfrau


« Antworten #116 am: April 12, 2010, 12:22:01 »

Er sah dem Mönch hinterher ... hinuter in die Finsternis die für ihn weit weniger finster als bedrückend war. Sein Lebtag hatte er sich nur ungern unter die Erde begeben und so tief schon gar nicht. Er war die Freiheit des Waldes gewohnt und nicht Meter um Meter Erde über ihm als Gefängnis. Immerhin konnte er sehen was vor sich gehen würde ... vermutlich im Gegensatz zu seinen heutigen Schlafgefährten. Fedai griff nach dem Seil und ließ sich langsam hinab.
Der Untergrund war zu rutschig und eben als das er richtig Halt gefunden hätte. Er hätte irgendetwas gebraucht um sich am Stein verhaken zu können. Vielleicht haben seine neu entdeckten Waffen noch einen Vorteil? Es wäre interessant zu erfahren wie scharf sie wirklich waren und wenn sie selbst Stein angreifen könnten würden sie nur noch leichter durch das blutige Fleisch seiner Beute schlagen und ihm den Genuss ihres Lebenssaftes nicht länger vorenthalten. Er tat es nur ungern, alles darauf verwenden Rache zu üben ... etwas in ihm widersprach der Gedanke an Rache. Gleichzeitig zog ihn ein anderer Teil von ihm in genau diese Richtung. Diese Ritter bedrohten seine Freiheit und sein Leben. Er würde sich zwar vielleicht verstecken können aber sie hatten auch seine Schöpferin gefunden, vielleicht würden sie auch ihn finden.
Nein es wäre das Beste sie zu töten und dann weiter zu ziehen. Für die eigene Sicherheit.

Unten angekommen sah er sich um und leise knurrte er. Höhlen ... was für uralter Schrecken hier wohl hausen mochte. Dennoch ging er voraus, ganz offensichtlich hatten die anderen beiden Schwierigkeiten zu sehen, seine Gaben jedoch schützen ihm vor dem blinden Umhergetapse zu dem die anderen beiden Kainiten verdammt waren.
Er ließ seinen Blick schweifen. Ihm gefiel der Gedanke nicht hier in der Höhle selbst zu schlafen die nach zwei Seiten offen war. Besser wäre es tiefer unter die Erde zu gehen.
Auf die Worte in der Stille reagierte er mit einem verächtlich, amüsiertem Schnauben.

"Lasst euch doch von eurem Gott den Weg erleuchten Mönch ... oder genießt ihr nur, Kreatur die ihr seid, seinen Schutz nicht mehr."

Er sah wieder in die Höhle.

"Er Weg ist eben, bis auf ein paar Steinformationen die von Erde und Decke wachsen. Es gibt nur einen Weg weiter."

Und diesen würde er dann auch beschreiten. Sollten die beiden ihm folgen oder ihr bleiben, es kümmerte nicht.
Gespeichert

Alukard
kleiner Alu
Moderatorenteam
******
Offline Offline

Geschlecht: Männlich
Beiträge: 6248


Steinbock


« Antworten #117 am: April 12, 2010, 19:30:42 »

Es war wie zähes Gummi. Die Worte zogen sich laaaaaang. Sie wollte eigentlich nur noch...den Tod willkommen heißen...ähm Dunkelheit. Sie folgte Fedais und Remys Stimme in die Tiefe der Höhle hinein. Sie tastete sich mehr oder weniger vor. Die Stimme des Gangrels als Leitung in die Tiefe hinein.

Monoton murmelte sie vor sich hin. Erde...Erde...Heimaterde. Warum war das nicht ihre Heimat?

"Ja, ich mach`s gleich... ."

Nathalia tastete sich durch die Höhle und setzte sich auf einen freien Bereich. Sie zog sich vorsichtig in der Dunkelheit ihre Schuhe aus. Geistig abwesend erinnerte sie sich an die Worte ihres Mentor`s. 'Wo liegt meine Heimat, wenn nicht hier?', Schoss es ihr durch den Kopf. Nathalia führte ihren Zeigefinger an ihre Lippen und biss mit ihren spitzen Fangzähnen auf die Kuppe des Zeigefingers. Sie schloss die Augen und erinnerte sich daran, wie es ihr gelungen war, das Blut mit ihrem Willen zu leiten.

Sie konnte es spüren, wie ihr Wille das Blut zu ihrem Finger brachte. 'Fließe, fließe in die Erde.' Leitete sie ihr Blut hin ein in die Schuhe. Sie musste es bei beiden Schuhen machen. Nun horchte Nathalia in sich hinein und dachte an ihre Familie. Besser gesagt suchte ihr Geist nach etwas, was ihre Heimat geworden ist. Ihr Geist suchte...griff nach der Erinnerung..nach einem Gefühl. Irgendwo musste es ja sein. Ihr Finger rührte in der Erde herum.

Gespeichert

The only way to do great work is to love what you do. If you haven’t found it yet, keep looking. Don’t settle. As with all matters of the heart, you’ll know when you find it.
Aphiel
Meister des geschliffenen Wortes
Legende
*****
Offline Offline

Geschlecht: Männlich
Beiträge: 3131


Honigkekse? ... ? ... HONIGKEKSE!!!

Stier


« Antworten #118 am: April 13, 2010, 16:03:04 »

Remy spürte mehr, wie Fedai ihn passierte, als dass er es tatsächlich sah. Es wunderte ihn kaum, dass dieses halbwilde Tier sich im Dunkel so gut zurecht fand. Hatte er nicht erst zuvor seine dämonische Ausstrahlung sehen können, und die rotglühenden Augen? Nein, das Auge, es war ja nur eines. Wie auch immer, er zweifelte nicht daran, dass die dunkle Macht, die von diesem Kainiten Besitz ergriffen hatte, ihn mit entsprechenden Gaben beschenkt hatte, dass er sich auch in der Finsternis gut zurecht fand. Nur so konnte er letztendlich dem Bösen als nützliches Werkzeug zu Diensten sein.

Und es waren in der Tat Fedais eigene Worte, die diese Theorie untermauerten. 'Von eurem Gott' hat er gesagt. Es ist offenkundig, dass er den Allmächtigen nicht als seinen Schöpfer und Erlöser betrachtet. Arme verlorene Seele. Ich hoffe, es gibt für dich noch eine Erlösung. Ich werde für dich beten.

Hörbar erwiderte Remy jedoch etwas anderes auf Fedais Bemerkung.

"Und seit wann gehorcht der Herr dem Hunde? Seit wann achtet der Mensch den Staub, den er mit dem Fusse tritt? Gott, der Allmächtige, muss sich nicht meinem Willen unterwerfen, sondern ich diene dem seinen. So ist die Ordnung der Dinge. Diese Dunkelheit ist nur eine weitere Prüfung, durch die er mich sicher führen wird. Eine reine Unannehmlichkeit verglichen mit dem Leiden des Opferlamms Jesus Christus, dem wir alle unsere Erlösung verdanken. Denn ob Kainskind oder nicht, seines Schutzes bin ich mir auf Ewigkeit sicher."

Er sprach diese Worte nicht überheblich oder gar als Herausforderung für den von Dämonen gezeichneten Fedai. Sein Tonfall war ruhig und gleichmässig geblieben und liess allenfalls auf seine tiefe Überzeugung schliessen, die hinter diesen Worten stand. Und wie schon zuvor, als er durch den dunklen Gang schritt, der ihn von seinem ersten zu seinem zweiten Grab führte, von Leben zu Tod, so zitierte er auch hier seinen bevorzugten Psalm.

"Dominus lux mea et salutare meum quem timebo
Dominus fortitudo vitae meae quem formidabo... "

Er sprach nun allerdings leiser, da der Psalm auch hier niemand anderem galt als dem Allmächtigen. Fedai sollte merken, dass er nicht länger der Angesprochene war.

Allerdings musste Remy sich eingestehen, dass es schwierig war, im Dunkeln nur dem Klang der Schritte der anderen zu folgen. In der Tat sehnte er sich etwas herbei, das es ihm ermöglichte, sich besser zu orientieren. Ihm fiel abermals die dämonische Ausstrahlung des Gangrel ein, jenes rötliche Licht, das ihn umgeben hatte. Es musste doch möglich sein, diese besondere Gabe des Sehens hier zu seinem Vorteil zu nutzen.

Nun, Fedai von den Gangrel dachte er still bei sich, magst du auch den finsteren Mächten des Abgrundes verfallen sein und ihnen dienen, so diene nun auch mir. Habe ich auch keine Kerze oder Fackel, die mir Licht spendet, so magst du nun meine Fackel sein. Angestrengt starrte Remy in die Dunkelheit, dorthin, wo er die Schritte und die Stimme des Betreffenden zuletzt vernommen hatte und konzentrierte sich, so wie er sich bei ihrer ersten Begegnung konzentriert hatte. Der geringste Schimmer der dämonischen Aura würde ihm schon genügen, um hier sicherer voran schreiten und dem Gangrel folgen zu können.

---
« Letzte Änderung: April 13, 2010, 16:05:20 von Aphiel » Gespeichert

Ihr wünscht Euch mit mir zu messen? Bedenkt, zum wahren Können braucht es Agilität, Grazie und Stil - wie bedauerlich, dass die Passionen an Euch bei diesen gespart haben, mein Freund.

---
Remy le Duc (Vampir)
Wuschel
Moderator
*****
Offline Offline

Beiträge: 1396


WWW
« Antworten #119 am: April 15, 2010, 22:52:48 »

Die disharmonischen, aus den Tiefen der Höhle dingenden Tropfgeräusche übertönten ihre Schritte. Sie alle spürten die Proteste des Tieres im Innern, sich endlich einen sicheren Platz zu suchen, anstatt weiter zu erkunden, wo sie sich überhaupt befanden.

Nathalia spürte, daß sich etwas veränderte. Durch die kleine Wunde sickerte in kurzer Zeit mehr Blut, als sie als Mensch unbeschadet hätte verlieren können. Die Erde fing an, sich mit der Vitae zu vermischen. Langsam wurde alles zu einem Brei.

Fedai konnte nur einem Weg folgen, obgleich die Höhle sehr groß wirkte, dennoch musste es, wenn es ein Weiterkommen gab, im noch nicht sichbaren Teil liegen. Die Tropfsteine wechselten sich willkürlich ab, wie abgebrochene Zähne ragten sie aus Decke und Boden, als befänden sie sich im Maul eines riesigen Monsters. Nach ein paar dutzend Schritten kamen die Wände wieder näher.

Remy versuchte indes angestrengt, dem Dämonischen zu folgen. Seine Sinne waren so stark geschärft, daß er jeden Kiesel durch seine Sandalen spürte, die Annäherung an jeden Stein. Jeder Wassertropfen, der ihn traf, war wie das Schulterklopfen eines viel zu starken Mannes.
Obwohl er sich immens anstrengte, noch einmal das rote Leuchten zu erkennen, er konnte es nicht entdecken, obwohl er sich sicher war, Fedai mit seinen Blicken zu durchbohren. Es war, als blocke ihn etwas ab, oder als sei das Tier, das ihm diese Gabe verliehen hatte, nicht geneigt, nocheinmal zu prüfen für den Moment.

Die junge Koldunin hatte Erde und Vitae vermengt, war sich aber sicher, daß sie noch eine Weile fortfahren musste. Es fühlte sich mit der Zeit wirklich so an, daß sie etwas von sich als Nachfahrin eines alten Geschlechts in die Erde fließen ließ.

Fedai ging festen Schrittes, musste aber immer wieder den Steinen Ausweichen, die völlig ungeordnet das Dunkel bevölkerten.
Remy hatte es nicht ganz so einfach, doch fand er sich durch seine Sinne gut zurecht.
Der Gangrel entdeckte eine interessante Steinformation: Frei stehend, jedoch in einem Oval angeordnet. Er schätze, es würde etwa acht Schritte brauchen, sie einmal zu umrunden. Zwischen den Stalagmiten und Stalagtiten hindurch, die wieder einmal an Zähne erinnerten, konnte er erahnen, daß dieses Gebilde eine Höhle in der Höhle zu sein schien. Mit etwas Geschick, konnte er es leicht schaffen, ins Innere zu gelangen, indem er eine geeignete Lücke fand.

"So ist es gut... du bist begabt, Mädchen, sehr begabt...," wurde Nathalia gelobt. Das erste Mal, seit sie diese Stimme vernahm, war das Lob echt und nicht bestimmend belächeld. "Das wird dir sehr nützlich sein... und jetzt...Stopp."
Auf Kommando hin hielt sie plötzlich still. Sie spürte, wie die feuchte, beinahe homogene Masse innerhalb weniger Augenblicke austrocknete, und augenscheinlich - eher händefühlend - wieder ihren Ursprünglichen Zustand annahm: Weiche Muttererde.
« Letzte Änderung: April 15, 2010, 23:41:45 von Wuschel » Gespeichert
Seiten: 1 ... 6 7 [8] 9 10 ... 13   Nach oben
  Drucken  
 
Gehe zu:  

Powered by SMF 1.1.10 | SMF © 2006-2009, Simple Machines LLC | Sitemap