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Autor Thema: ET QUAERITE PACEM CIVITATIS  (Gelesen 64179 mal)
Beschreibung: Buch 1 · Kapitel 3
Engel
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« Antworten #120 am: Juli 06, 2012, 11:43:00 »

Die Klinge Llobels schnitt durch die Luft und traf die Kreatur an der gewollten Stelle. Trotz der sehr harten Chitinpanzerung der Traumsaat gab es nur einen leichten Widerstand für den geschliffenen Stahl. Der Kopf der Verderberlibelle stürzte dem Boden entgegen, während der Körper sich dem Unvermeidlichen wiederstrebend noch für einen halben Augenblick torkelnd in der Luft hielt, bevor die Flügelpaare ihre Funktion einstellten und der Rumpf dem Haupt folgte.
Die verbliebenen drei Kreaturen schienen davon nichts bemerkt zu haben, denn sie setzten ihren schnellen Anflug auf die Stadt fort.

'Ungewöhnliche Erscheinungen?',fragte Farimiel den Michaeliten. 'Sind dir diese Rieseninsekten nicht ungewöhnlich genug?' Der grimmige Spott, der in den Worten des Gabrieliten mitschwang richtete sich keinesfalls gegen seinen Scharführer. Vielmehr war der Todesengel derart in seinem Element, dass er schon beinahe übermütig wurde. Mit jedem Streich seines Flammenschwertes fegte er eine weitere Kreatur aus dem grauen Himmel über der Stadt, ohne das ihm auch nur eine davon zur Gefahr geworden wäre.

Aleriel griff sich nach kurzem Zögern das Kurzschwert und bezog neben Ihrem Scharführer Stellung. Gemeinsam konnten sie die heranstürmenden Kreaturen abwehren und zum Teil sogar verletzen. Auf jeden Fall gelang es den beiden ihre Schwester Basebael zu schützen. Diese kümmerte sich mit kundigem Blick um die verwundeten Söldner, stabilisierte sie für den Transport und winkte Helfer mit Tragen heran. Der Schnelle Transport ins Lazarett war für diese Männer jetzt lebensentscheidend. Aleriel sah ihre Aufgabe nun darin den Abtransport der Verwundeten vom Geschütz zu sichern und aus der Kampfzone zu geleiten. Obwohl sie sich als Bewahrerin des Wissens nach ihrer Ausbildung lediglich für einen Dolch als Waffe entschieden hatte, so verstand die Ramielitin es jedoch sehr gut auch das Kurzschwert des Michaeliten zu führen.
Alsbald war das Geschütz geräumt und als ob die Traumsaat es wusste, dass keiner der Verbliebenen damit umzugehen verstand hörten die Angriffe an dieser Stellung auf und konzentrierten sich nur noch auf die Verteidiger des Tores.
« Letzte Änderung: September 09, 2012, 12:23:57 von Engel » Gespeichert
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« Antworten #121 am: Juli 07, 2012, 17:28:42 »

Faramiel würde ein Lachen in seinen Gedanken hören, als Antwort auf den grimmigen Scherz. Tamiel sah sich kurz um: das Geschütz war also geräumt. Tief atmete er durch. Dafür waren die Söldner ihnen etwas schuldig. Jeder hatte seine Aufgabe gut erfüllt. Leider waren zu viele gut Männer verwundet. Wenn sie durch die Taten der Engel wieder auf den rechten Weg geführt wurden, war es ein weiterer Sieg.

Tamiel schlug kräftig mit seinen großen Flügeln und hielt auf die Verderberlibellen zu. Entschlossen hielt er seine Hasta vor sich. 'Ich schneide ihnen den Weg ab und kümmere mich um das Tor. Lasst uns uns dann dort sammeln, wenn ihr mit euren Libellen fertig seid, Llobel, Faramiel.' Irgendwie hatte der kleine Michaelit das Gefühl, dass sein Gebet seinen Schöpfer erreicht hatte.
« Letzte Änderung: Juli 07, 2012, 18:38:36 von Alukard » Gespeichert

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« Antworten #122 am: Oktober 05, 2012, 12:10:07 »

Nur weil Urieliten einen Bogen als Waffe bevorzugten hieß das noch lange nicht, dass sie es nicht verstanden mit Nahkampfwaffen umzugehen. Llobel war beinahe überrascht, wie einfach es war diese Kreaturen zu enthaupten, aber es war niemand in der Nähe, der diesen seltenen Augenblick bei ihm beobachten konnte. Und so nahm sein Gesicht wieder den Ausdruck grimmiger Entschlossenheit an.

Schnell strebte der Urielit den verbliebenen Verderberlibellen nach. Sie sollte das gleiche Schicksal ereilen wie ihren gefallenen Artgenossen und er würde sein Möglichstes dafür tun, dass das noch vor dem Erreichen der Stadt geschah.
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« Antworten #123 am: Oktober 17, 2012, 12:06:41 »

Die Söldner, die mit ihren Feuerwaffen die Stadtmauer verteidigten, hatten mit ihren Waffen keine Chance gegen die sich sehr schnell bewegenden Verderberlibellen. Hier waren die Engel die wirksamere Verteidigung der Stadt. Wo jedoch die Waffen der Kinder des Krieges sich als nützlich erwiesen hatten konnte jeder Beobachter der Szenerie an den Überresten der drei Dorngiganten erkennen. Und auch gegen die langsam auf die Stadt vorrückenden Dorfbewohner aus Larsund, die ausnahmslos von Plagenwürmern befallen waren und von diesen vorangetrieben wurden, waren für die Feuerwaffen der Söldner irgendwann erreichbar. Wenn dieser massive Angriff etwas verdeutlichte, dann war es das imense Interesse der Traumsaat an etwas, was sich in den Mauern der sich verteidigenden Stadt befinden musste.

Doch mit dem Fall der Dorngiganten war der Angriff durch die Traumsaat schon so gut wie abgewehrt. Die von den Plagenwürmern befallenen Menschen würden keinen Weg in die Stadt finden können, nachdem die Kreaturen, die ihnen eine Bresche in die Verteidigung schlagen sollten gestoppt worden waren. Lediglich die Verderberlibellen setzten den Verteidigern der Stadt noch vehement zu.

Über den Zinnen der Stadt tobte der Kampf noch immer und selbst die langsam hereinbrechende Nacht konnte der Schlacht kein Ende setzen. Der in Schwarz gewandete Farimiel ließ sein in Flammen stehendes Schwert durch die Luft tanzen und machte seinem Namen als Todesengel alle Ehre. Eine fliegende Kreatur nach der anderen stürzte aus dem Himmel, während es für einen entfernten Beobachter so aussah, als würde in dem immer dunkler werdenden Himmel ein feuriger Blitz zwischen den Traumsaatkreaturen hin und her springen und diese allein durch seine Berührung aus dem Himmel verbannen.
Der Michaelit konnte in dieser Schlacht zum ersten Mal seine Hasta zum Einsatz bringen und maßgeblich an diesem Erfolg war die Ramielitin der Schar beteiligt, die es schaffte für zwei Verderberlibellen den Köder zu spielen und sich von ihnen verfolgen ließ. Hierzu schwang sie sich in die Luft und schwirrte kurz vor dem Kopf des einen Insekts vorbei. Dass ihr letztendlich zwei der Kreaturen folgten war zwar nicht beabsichtigt, stellte aber auch kein Problem dar. Dicht über den Boden fliegend steuerte sie auf das Stadttor zu auf dessen Zinnen sie Tamiel sah. Dicht vor dem Tor zog sie senkrecht nach oben und ihre Verfolger taten es ihr gleich. 'Jetzt!', rief sie ihrem Scharführer in Gedanken zu, als sie ihn im Steigflug passierte.
Die Raphaelitin konnte inzwischen die Söldner versorgen und selbst schwere Blutungen stoppen. Nachdem die stabilisierten Kämpfer zum Lazarett abtransportiert wurden konnte sich Basebael anderen Hilfebedürftigen widmen und die umkämpfte Mauerkrone war voll mit solchen, die ihrer Hilfe bedurften.
Llobel strebte den beiden verbliebenen Verderberlibellen hinterher und nahm seine Umgebung nur am Rande wahr. Er sah die zerfetzten Körper der Dorngiganten unter sich vorbeigleiten und registrierte auch das Zusammenbrechen der von Plagenwürmern befallenen Menschen. Dass jedes Niederstrecken eines befallenen Dorfbewohners den Söldnern zugeschrieben werden musste war ihm klar. Merkwürdig war nur, dass jedem Zusammenbruch ein Knall folgte, der von den Mauern der Stadt herüber wehte. Und noch etwas war Merkwürdig, aber der Urielit konnte es nicht wirklich fassen, während er den beiden Kreaturen folgte. Diese flogen in Formation, sofern man bei der Traumsaat davon sprechen konnte, wobei die Rieseninsekten nahezu gleichauf waren und die eine sich links versetzt über der anderen bewegte.
« Letzte Änderung: Oktober 18, 2012, 10:05:10 von Engel » Gespeichert
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« Antworten #124 am: Oktober 17, 2012, 13:03:56 »

Beflügelt vom erfolgreichen Einsatz seines langen Messers kam dem Urieliten beim Anblick der vor ihm fliegenden Kreaturen eine verwegene Idee. Seine Hand umfasste das Heft seiner Klinge noch fester und er forcierte den Schlag seiner Flügel. Als der Schub groß genug war ging er in den Gleitflug über und setzte sich zwischen die beiden Verderberlibellen, wobei er darauf achtete sie nicht zu berühren. In Anbetracht der riesigen Facettenaugen dieser Wesen war es nahezu unmöglich nicht ins Blickfeld der Kreaturen zu geraten und so blieb nur die Möglichkeit des schnellen Handelns. Die Absicht des Engels war einfach und dennoch kühn. Sobald er mit den Kreaturen gleichgezogen hatte schnellte der Arm des Urieliten heraus und die scharfe Klinge schwebte für einen Moment über der schmalen Verbindung zwischen Kopf und Rumpf der Verderberlibelle. Ansatzlos ging er in eine Drehung um seine Längsachse und gab damit der Klinge in seiner Rechten die maximale Beschleunigung.
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« Antworten #125 am: Oktober 19, 2012, 10:20:30 »


Mit brachialer Wucht traf die scharfe Schneide des langen Messers auf die anvisierte Stelle und trennte sauber das Haupt der Kreatur vom Leib, so wie es schon zuvor einmal funktioniert hatte. Das Tollkühne an der Idee Llobels jedoch war es beide Verderberlibellen mit einem Streich zu enthaupten!

Mit kaum veränderter Geschwindigkeit ließ die Klinge die Überreste des einen Insekts hinter sich und bewegte sich im großen Bogen auf das zweite zu. Sobald die Kreatur im Sichtfeld des Urieliten auftauchte fixierte er die verletzliche Stelle mit seinem Blick, während sein Körper sich weiterhin in der Drehbewegung befand. Die Klinge zischte heran und der Urielit musste feststellen, wie gut die Reflexe dieser Insekten waren, denn obwohl sich alles blitzschnell abspielte schien die Verderberlibelle entweder den Engel bemerkt oder aber das Sterben ihres Artgenossen irgendwie registriert zu haben. Die spitzen Enden ihrer drei Beinpaare stießen auf den Körper des Urieliten zu.

Lobel konnte der Attacke nur dadurch entgehen, indem er sich einfach fallen ließ und seinen geplanten Angriff abbrach. Die Klinge am gestreckten Arm schrammte mit ihrer Spitze auf dem Chitinpanzer über die Brust des Rieseninsekts, was ein kurzes aber hässliches Quietschen erzeugte.

Immer noch in der Drehbewegung setzte der Urielit kurz außerhalb der Reichweite der Kreatur die Rolle fort und verstärkte seinen Schwung mit einem kurzen Flügelschlag, der ihn auch wieder etwas Höhe gewinnen ließ. Und entgegen aller Wahrscheinlichkeit war sein Plan trotz Änderung erfolgreich. In seiner zweiten Runde traf das lange Messer genau dort, wo es geplant war und enthauptete die Verderberlibelle. Das kurze aber hässliche Quietschen erklang diesmal aus dem Maul der Kreatur, bevor aus sie ihren Kammeraden in mehreren Teilen gen Boden folgte.
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« Antworten #126 am: Oktober 19, 2012, 12:28:05 »

Tamiel verfolgte das Geschehen auf dem Schlachtfeld. Über den Zinnen beobachtete er neugierig seine Ramieliten Schwester. Mit angehaltenem Atem verfolgte er ihren Flug. Vertrauen war das richtige Wort. Als er bemerkte, dass sie sich ihm näherte, ahnte er bereits, was sie vorhatte, sodass er sich in die richtige Position brachte. Er achtete darauf, dass kein anderer in der Reichweite seiner Hasta stand.

Der Michaelit war angespannt und bereitete sich schon mal vor. Auf ihr Stichwort hin, fasste er die Hasta fest mit seiner rechten Hand, sein linkes Bein schob er nach Vorne, holte mit Lanze weit über seiner rechten Schulter aus. Die Hüpfte hatte er dabei entsprechend eingedreht, sodass er noch mehr Schwung in den Schlag mit nehmen konnte. Seine linke Hand umfasste dabei die Mitte des Schafts. Wie eine aufgezogene Feder löste sich die Spannung aus dem Michaeliten, als seine Schwester emporgestiegen war. Seine Augen fixierten den Hals der ersten Libelle.

Sein Ziel war es, die erste Libelle zu Köpfen und den Schwung vom ersten Streich mit zu nehmen, dass er noch einmal herumfahren konnte, um die zweite Verderberlibelle entsprechend zu treffen. Oft hatte er diese Übungen in den heiligen Halle seine Ordens vollzogen und den Männern Templer zugesehen. Nun konnte er sie mit seinen Taten ehren.

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« Antworten #127 am: Mai 07, 2013, 12:21:44 »


Es war, als ob mit dem Signal seiner Scharschwester die Zeit für den Michaeliten nahezu stehenblieb. Tamiel war so konzentriert, das sich in seiner Wahrnehmung die die Bewegungen um ihn herum in Zeitlupe ablaufen würden. Aleriel stieg mit langsamen Schlägen ihrer Schwingen an der Zinne vorbei in den Himmel auf und die erste der verfolgenden Verderberlibelle schob ihren Kopf in das Sichtfeld Tamiels. Das fixieren des Schwachpunktes der Kreatur und das Zuschlagen mit der Schwertlanze waren eins. Unendlich langsam aber auch ebenso unaufhaltsam schob sich die Kreatur in die Höhe und ebenso langsam und unaufhaltsam schwebte die Klinge der Hasta heran. Und in dem Augenblick, wo sie die Kreatur enthauptete begann die Zeit zu rasen.

Tamiel drehte sich um seine eigen Achse, wie er es auch vorgehabt hatte. Aus dem Augenwinkel registrierte er, dass der kopflose Körper seinen Aufstieg beendet hatte und dem Fuß der Mauer entgegenstürzte. Sein Kopf ruckte Herum um die nächste Kreatur zu fixieren und die Schwertlanze folgte dem Blick am gestreckten Arm. Die zweite Verderberlibelle traf sie jedoch nicht.

Die zweite der Kreaturen wich behände dem leblosen Körper aus und befand sich plötzlich an ganz anderer Stelle, als es der Michaelit erwartet hatte. Sofern man diesen Kreaturen Empfindungen zugestand konnte der nun folgende Angriff auf den Scharführer als wütend bezeichnet werden. Die Verfolgung der Ramilitin wurde aufgegeben und mit Vehemenz stürzte die verbliebene Verderberlibelle auf Tamiel zu.
« Letzte Änderung: Mai 09, 2013, 22:44:02 von Engel » Gespeichert
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« Antworten #128 am: Mai 24, 2013, 21:07:34 »

Er hatte bemerkt, dass die Libelle anders reagierte, wütend war. Das wichtigste war, dass seine Schwester erst Mal in Sicherheit war. Nun fasste er das Tier vor ihm ins Auge. Seine Möglichkeiten ging er im Kopf schnell durch. Die Mauer konnte er zur Stadt gewandten Seite nicht springen. Die Dorfbewehner waren hier in zu großer Gefahr. Der Weg nach Oben war ihm versperrt. Die Libelle kreiste bzw. stürzte sich nun auf ihn und hinter der Mauer konnte er die Situation nicht ganz erfassen.

Aus einen reflex heruas entschied er sich für einen riskaten Plan. Seine Flügel breitete er aus und ließ sich dann einfach auf seinen Rücken fallen, sodass er fast flach auf dem Wehrgang lag. Es sollte aussehen, als wenn er hilflos dalag. Es war nur ein weiterer Köder. Auf die Idee hatte ihn die Aktion seiner Schwester gebracht. Vorerst ließ er seine Waffe dich am Körper. Dann im richtigen Moment riss er die Hasta hoch über seinen Kopf, bewegte sie an seine rechte Körperseite, hielt sie mit beiden Händen festumklammert - und auf dem Boden aufgestützt -  und richtete sie auf die Libelle zeigend in die Luft.

Er wollte nicht durch das Gewicht der Kreatur mit aufgespießt werden.

« Letzte Änderung: Mai 24, 2013, 21:27:10 von Alukard » Gespeichert

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« Antworten #129 am: Mai 26, 2013, 12:38:26 »

In ihrer blinden Wut stürzte sich die Verderberlibelle auf den vermeintlich hilflosen Engel. Ein letztes Mal korrigierte der Michaelit den Winkel seiner Hasta und vergewisserte sich heimlich, dass der Knauf der Schwertlanze zwischen seiner Achsel und den Steinen des Wehrgangs nicht wegrutschen konnte.

Mit einem unirdischen Krächtzen drang die Kreatur auf den Michaeliten zu und die großen Facettenaugen schienen Tamiel immer riesiger zu werden. Das Liegen auf den ausgebreiteten Flügeln war für jeden Engel eine unangenehme Erfahrung, aber für den Michaeliten war diese Gefühl im Augenblick völlig nebensächlich. Schmerz durchzuckte ihn, als die spitzen Beine der Verderberlibelle auf dem Wehrgang aufsetzten und dabei an verschiedenen Stellen die Muskeln seiner Schwingen durchbohrten. Ein heftiger Ruck drohte ihm die Hasta aus der Hand zu reißen und bevor ihm der Arm ausgekugelt wurde ließ er die Waffe los.

Die kreisenden Mandibeln der Kreatur kamen seinem Gesicht immer näher und aus seiner Perspektive konnte Tamiel keine Verringerung der Geschwindigkeit in den Bewegungen der Kreatur wahrnehmen. Für den Bruchteil einer Sekunde fragte sich der Engel, ob sein kühner Plan gescheitert und seine Schwertlanze am Körperpanzer der Kreatur abgeglitten war. Kurz vor seinem Gesicht verharrte der Kopf der Verderberlibelle nahezu höhnisch und wieder einmal erweckte dieses Wesen den Eindruck von Gefühlen. Die Mandibeln hörten auf zu mahlen und öffneten sich langsam. Alles in Tamiel schrie danach dem Zuschnappen der Kreatur entkommen zu müssen, aber es war ihm unmöglich. Der riesig erscheinende Kopf über dem Engel neigte sich etwas zur Seite, als wolle die Kreatur den Augenblick des Triumpfes auskosten und in dem über ihm schwebenden schwarzen Facettenauge konnte Tamiel die Reflektion der Sonne wahrnehmen. Das allgegenwärtige Brummen der starren Hautflügel erstarb und aus dem Maul der Kreatur troff grüner Schleim auf Tamiels Kinn.

Dann erstarb jegliche eigene Bewegung der Verderberlibelle und sie kippte zur rechten Seite weg. Noch einmal durchzuckte Tamiel Schmerz, als sich die linken Beine der Kreatur aus seinem Fleisch lösten während sich die Spitzen der rechten Gliedmaßen in seinem Fleisch bewegten. Dann rollte der schwere Köper der riesigen Libelle auf den Rücken. Aus ihrem Leib ragte, gleich einer Siegesfahne, der Schaft der Hasta, die bis zum Heft in den Rumpf der Verderberlibelle eingedrungen war.
« Letzte Änderung: Mai 27, 2013, 08:52:19 von Engel » Gespeichert
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« Antworten #130 am: Mai 29, 2013, 19:55:05 »

Das musste also das Gefühl von Angst sein, von denen die Menschen so oft berichteten... . Dachte der Michaelit. Dank seines Trainings konnte er das Gefühl jedoch unterdrücken und sah seinem möglichen Ende entgegen. In der Ausbildung bereitete man sie nicht auf derleih Kämpfe vor. Sein Gesicht verzog sich zu einen von Schmerzen geplagten Gesicht. Ein Stöhnen ging durch seinen Kopf an die anderen Engel der Schar. 'Aaaahhhh...' Fest umklammerte er die Hasta das Symbol der Menschen. Sein Glauben ließ ihn den Schmerz und die Angst verdrängen.

Entschlossen starrte er in die riesigen Augen des verderbten Insekts. Es muss klappen... . Sagte er sich immer und immer wieder in Gedanken. Der Schmerz war fast dabei, seinen Verstand zu vernebeln. Die Waffe ließ er los aus einen Reflex heraus. Danach gng alles in seinen Augen schnell. Die Kreatur erstarb... . Seine Gedanken bewegten sich zu seinen Geschwistern. 'Seit ihr ohne Wunden? Ist der Feind besiegt?' Irgendwie klang die Stimme des Michaeliten angestrengt. Seine Flügel bewegte er erst mal nicht.

Erleichtert, dass es im Moment vorbei war, ließ er alle viere von Sich und schloss die Augen. Ein sanftes Lächeln legte sich auf das junge Gesicht.
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« Antworten #131 am: Juni 14, 2013, 13:37:47 »

Die letzte Verderberlibelle über den Zinnen löste sich aus dem Kampf mit dem Gabrieliten um das zu vollenden, was den anderen nicht gelungen war. Sie stürzte auf den Michaeliten zu, der in seiner Position und mit seinen Verletzungen eine leichte Beute war. Bevor sie Tamiel jedoch erreichen konnte starb sie gleich zwei Tode. Das Flammenschwert des Gabrieliten spaltete ihren Körper der Länge nach, während ein Pfeil des Urieliten in das rechte Facettenauge eintrat und mit der Spitze aus dem linken wieder herausragte.

"Ja, das war's." Farimiel setzte neben dem Scharführer und der zur Hilfe geeilten Basebael auf. "Und wenn ich mich so umschaue geht es uns allen viel besser als dir." Auch Aleriel kam schnell herbei und sah ihre Scharschwester fragend an. Sie wartete auf eine Aufgabe, um sich nützlich zu machen. Lobel schwebte dicht über den Köpfen der anderen hinweg und schwang sich wieder in den Himmel auf. Er hatte sich vergewissert, dass es dem Scharführer den Umständen entsprechend gut ging und seine Dienste eher dafür benötigt wurden die Umgebung im Auge zu behalten.

Die Raphaelitin tat ihr möglichstes um die verwundeten Schwingen zu versorgen. Die beiden nahestehenden Schargeschwister forderte sie auf die im Fleisch Tamiels verbliebenen Gliedmaßen der Kreatur zu durchtrennen, damit sie diese leichter entfernen konnte. Die Prozedur dauerte etwas, war aber letztendlich von Erfolg gekrönt. Mit ihren schwarzen Fingerspitzen berührte die Heilerin die Schwingen Tamiels und ließ dabei  die schwarze Tinte in die offenen Wunden tropfen, welche sich zusehends schlossen.  Der Michaelit würde seine Flügel zwar für den Rest des Tages nicht mehr einsetzen können, aber nach einer durchgeschlafenen Nacht würde der Heilungsprozess, den Basebael in Gang gesetzt hatte, vollendet sein.

Llobel beobachtete aus der Luft wie die verbliebenen Kinder des Krieges die verderbten Dorfbewohner aus Larsund aus der Entfernung niederstreckten. Einer nach dem anderen fiel den ketzerischen Waffen der Söldner zum Opfer, was relativ einfach war, da sie nach dem Ableben der letzten Verderberliebelle jegliche Bewegung einstellten und an der Stelle verharrten, an der sie sich gerade befanden. Nun ergab sich für den Urieliten der Zusammenhang zwischen dem Knall und dem Zusammenbrechen dieser verlorenen Kreaturen, die einst nur einfache Menschen waren.

Es war offensichtlich. Was auch immer die Traumsaat suchte, musste sich selbst - oder zumindest eine Spur davon - in den Mauern Hamans finden. Anders war dieser massive Angriff durch die Traumsaat nicht zu erklären. Und die Boten des Herrn hatten eine ziemlich genaue Vorstellung davon, worum es sich dabei handelte.

•          •          •

Die Nacht und der Jubel der Menschen von Haman wollten kein Ende nehmen. Immer wieder traten die Bürger der Stadt an die Engel heran und bedankten sich überschwänglich für die Rettung der Stadt. Im Hof der Festung, wohin sich die Schar und auch die Söldner zurückgezogen hatten, war die Freude der Einwohner immer noch zu hören, die vom Kirchvorplatz herüber schallte. Auch die Kinder des Krieges wurden mit Dankesbekundungen  bedacht, die von diesen mit einem zwiespältigen Ausdruck entgegen genommen wurden. Sicherlich konnte man froh sein, den Angriff der Traumsaat nicht nur zurückgeschlagen, sondern diese auch vernichtet zu haben, aber auf der Seite der Söldner war es ein teuer erkaufter Sieg.

Nachdem sich - gefühlt - jeder Einwohner der Stadt dreimal bei jedem der Kämpfer einzeln bedankt hatte leerte sich der Hof der ehemaligen Templergarnison langsam und die Engel standen den Söldnern gegenüber.
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« Antworten #132 am: Juni 17, 2013, 11:35:18 »

Der Urielit trat wortlos an die Söldner heran und beäugte deren Feuerwaffen ausgiebig. Sie waren offensichtlich genauso Fernwaffen wie sein Bogen, aber schienen dennoch völlig anders zu sein.

"Wie funktioniert das?" fragte er frei heraus einen der Männer.
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« Antworten #133 am: Juni 17, 2013, 17:49:03 »

Tamiel trat ebenso wie sein Bruder vor. Er hatte noch deutliche Zeichen der Schlacht an seinen Flügeln und seinem Körper. Die Gefühle konnten die Menschen deutlich ablesen. Es war keine Hochmut in seinem Blick, Trauer und Wut über die Verluste sowie der unausgesprochene Dank lag darin. Seine Augen suchten den Anführer der Truppe, wobei er kurz zu Llobel hinüber sah. Neugierig bist du immer... . Ein sanftes Lächeln legte sich in das Gesicht des Anführers. 'Bitte sei nicht zu neugierig!' Entsandte er seinen Gedanken an Llobel. Das sanfte Lächeln schwank in der Stimme mit.

"Ich, Tamiel, vom Orden der Michaeliten, möchte euch meinen Dank ausprechen für unsere Zusammenarbeit, kurze Kameradschaft und mein tiefstes Mitgefühl für eure Verluste." Ein leichtes Zucken durchlief den jungen Engel. Es war ein kurzer, stechender Schmerz aus seinem Flügel. "Ich kann die erlittenen Verluste nicht wieder gut machen. Es waren Freunde, Kameraden und sogar ein Teil eurer Familie. So nehmt bitte meine Worte als Dank an." In den Augen des Engels hatten sich kleine Tränen gebildet. Er wusste nicht, was er fühlte, doch diesem Gefühl ließ er allem Raum und weinte in Trauer. Die Hasta als Stütze nutzend, verbeugte er sich tief vor den Söldnern - Ketzern.

Als letzte Geste seines guten Willens streckte er dem Anführer seine kleine Hand entgegen.
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« Antworten #134 am: Januar 03, 2014, 13:28:16 »

Der vom Urieleiten gefragte Söldner zog kurz die Augenbrauen zusammen, da er nicht wusste was er von der Frage halten sollte. Für Ihn war es ein Gebrauchsgegenstand und der Umgang damit war gewohnt. Da es für einen Engel sich anders verhielt musste er sich erst einmal klar machen. Er setzte zu einer einfachen Erklärung an, sagte dann aber doch kein Wort, da die sich darbietende Szene mit dem Anführer der Engelsschar als noch ungewöhnlicher herausstellte als die soeben gestellte Frage.

Der Anführer der Kinder des Krieges, ein gestandener Mann, stand dem kleinen Michaeliten gegenüber und hatte das Gefühl nicht nach unten blicken zu müssen. Die Worte, die der Engel gewählt hatte standen in keinem Vergleich zu denen ihrer ersten Begegnung. Er fühlte die ehrliche Trauer und den ernst gemeinten Respekt. "Vielen Dank!", konnte er nur erwidern und musste sich kurz sammeln, "Ich bin Tolga und es war mir eine Ehre an eurer Seite zu kämpfen. Und wenn ich mich recht entsinne seid ihr auf der Suche. Möglicherweise kann ich euch helfen, aber zuerst möchte ich um die Bestattung meiner Gefallenen kümmern."
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