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Autor Thema: ET QUAERITE PACEM CIVITATIS  (Gelesen 99242 mal)
Beschreibung: Buch 1 · Kapitel 3
Engel
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« Antworten #75 am: Oktober 23, 2010, 20:10:17 »

Erneut erhielt der Michaelit keine Antwort von Llobel auf seinen Ruf. Und für ein paar Augenblicke fragte er sich, ob es sich bei dem, was er dort am südlichen Horizont gesehen hatte, tatsächlich um seinen urielitischen Scharbruder handelte. Doch bevor die aufkeimenden Zweifel Raum greifen konnten, griff die Vernunft ein. Vermutlich war er einfach nur außerhalb der Reichweite von Tamiels Gedanken. Umso besser war es, dass der Gabrielit sich ihm entgegen bewegte.

Auch den Bewohnern Hamans blieb das, was sich am Horizont abspielte, nicht verborgen. Wie eine Welle griff die Nachricht um sich und sämtliche Aufmerksamkeit richtete sich auf diesen Punkt im Süden. Diejenigen, die mit besonders guten Augen gesegnet waren erkannten alsbald, dass sich die Silhouette des Engels, oder was auch immer es sein mochte, dort nicht allein in der Luft befand. Andere fliegende Gestalten schienen sich ebenfalls in der Nähe dieses zuerst gesichteten Fliegers zu bewegen. Und als ob es noch nicht genug war, schien sich auch der Wald, über dem sich das Schauspiel ereignete, in Bewegung zu befinden.

Unruhe machte sich unter denen breit, die auf den Stadtmauern Posten bezogen hatten und das ganze beobachten konnten. Und wie eine ansteckende Krankheit griff diese Unruhe auf all jene über, die sich innerhalb der Mauern aufhielten. Fast schien es, dass die Einwohner Hamans viel besser wussten was sich dort abspielte, als es die verbliebenen Scharmitglieder raten konnten.

Der Angriff der Traumsaat hatte begonnen.
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Loewe


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« Antworten #76 am: Oktober 25, 2010, 14:20:25 »

Aleriel hatte neben Ihrem Scharführer Posten bezogen und ihn kurz über die Erkenntnisse ihres Kathedralenbesuchs informiert. Sie blickt nun gebannt gen Himmel und bereitete sich auf die Kommandos ihres Scharführers vor.
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« Antworten #77 am: Oktober 26, 2010, 14:34:35 »

Basebael hatte sich ebenfalls neben ihre Schargeschwister an die Mauer gestellt und begann sie nacheinander zu berühren, um sie mit ihren Kräften im bevorstehenden Kampf zu unterstützen. Sie war froh wieder unter ihren Schargeschwistern versammelt zu sein, fürchtete jedoch gleichzeitig um sie. Sie wusste es würde Tote und Verletzte geben, und das betrübte sie. Ein Stoßgebet an den Herrn sendend blickte sie zum Himmel empor, senkte den Blick dann wieder, versuchte sich zu beruhigen und betrachtete die Szenerie.
Basebael verstand nicht viel von der Kunst der Kriegsführung, doch sah es so aus als hätten die Dorfbewohner alles getan um sich so gut wie möglich vorzubereiten, auf was auch immer. Als sie die dämonischen Apparaturen der Ketzer sah, verfinsterte sich ihre Miene wie die eines Kindes, dass instinktiv erkennt was Böse und was Gute ist, was natürlich, was gottgewollt ist und was nicht... Ohne Zweifel.

"Tamiel!" flüsterte sie eindringlich und aufgeregt ihrem Scharführer in Latein zu. "Jetzt benutzen sie schon ihre teuflische Technik! Wegen ihnen wird uns der Herr strafen! Willst du denn gar nichts tun?" Auch die Anderen konnten Basebael vernehmen.

Während sie hitzig auf Tamiel einredete bemerkte sie jedoch nicht die sich abzeichenden Schwingen am Horizont...
« Letzte Änderung: September 03, 2011, 22:07:16 von Engel » Gespeichert
Alukard
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« Antworten #78 am: Oktober 26, 2010, 18:38:45 »

Tamiel strahlte über das ganze Gesicht, als er die Schwingen am Himmel sah. Dann wandelte sich der Ausdruck in seinem Gesicht in einen sorgenvollen. Er sah hinauf zu seinem Bruder - so hoffte er. Er wollte sich selbst in die Luft erheben und ihm beistehen, doch Basebael hielt ihn vorerst davon ab. Er sah sie lange an. Es schien, als suche er nach den richtigen Worten, die er ihr mitteilen wollte. Er redete Latein mit ihr.

"Basebael, du sollst wissen, dass ich es mit Ihnen vereinbart habe. Sie hätte es auch ohne meine Bitte getan. Fordere nicht in einer Situation eine Strafe für andere ein, wenn der Feind unseres Feindes unser Freund ist. Denke an die Menschen in diesem Dorf! Sie haben zu viel erlebt und jede Hand, die Hilfe verspricht ist mir in diesem Moment recht. Es fiel mir nicht leicht, unser Vater wird uns Stärke geben auch dies zu bewältigen!

Helfe den Verletzten, wenn es welche gibt. Stehe an unserer Seite im Kampf Basebael!
Aleriel, komm wir brauchen dein Wissen."

Tamiel endete und erhob sich in die Luft um seinen Brüdern bei zu stehen. Er wartete auf seine Schwestern. Er wollte nicht in vorderster Front stehen. Sobald es Schwierigkeiten gab würde er an ihre Seite eilen. Von hoch Oben konnte er zudem die Situation besser ins Auge fassen. Der Michaelit an seiner Lanze strahlte eine tiefe innere Ruhe aus. Seine Augen lagen konzentriert auf dem Feind.  
« Letzte Änderung: September 03, 2011, 22:08:11 von Engel » Gespeichert

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« Antworten #79 am: Oktober 27, 2010, 11:11:11 »

Als Faramiel die anderen fliegenden Gestalten um den Engel sah und die Bewegungen am Boden ausmachte schlugen seine Flügel schneller.
Sorge um seinen Kameraden und darüber was den Engel verfolgte trieben ihn zu größerer Eile an.
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Engel
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« Antworten #80 am: November 01, 2010, 22:22:36 »

Farimiel stürmte vor, denn er meinte seinen urielitischen Scharbruder in Gefahr zu sehen. Tatsächlich stürzten mehrere riesige Libellen auf den Weißbeschwingten zu. Auch wenn der Gabrielit derartige Kreaturen noch nie mit eigenen Augen gesehen hatte, so war er doch im Himmel zu Nürnberg gut genug ausgebildet worden, um zu wissen, dass es sich bei diesem eklen Gezücht um Verderberlibellen handelte. Er wusste, dass diese Kreaturen auch gerne als das »Fußvolk« des Herrn der Fliegen bezeichnet wurden, und wenn man sich vor Augen hielt, wie weit verbreitet diese Spezies der Traumsaat war, so hatte diese Bezeichnung durchaus ihre Berechtigung. Auch wenn sie für einen bewaffneten Gabrieliten keine allzu große Herausforderung darstellten, so waren Verderberlibellen durchaus gefährlich. Ihr beweglicher Schwanz war mit einem Giftstachel bewehrt, der mühelos selbst eine Lederpanzerung durchdringen konnte, ihre rasiermesserscharfen Mandibeln konnten mühelos die Gliedmaßen eines Menschen abtrennen und ihre stahlharte Chitinpanzerung machte es schwer, ihnen ernsthaften Schaden zuzufügen, wenn man nicht ihre Schwachpunkte kannte. Die größte Gefahr ging von diesen Kreaturen jedoch aus, wenn sie in einer Gruppe auftraten - und Farimiel meinte mindestens ein gutes Dutzend von ihnen über den Wipfeln ausmachen zu können.

Der Engel, auf den sie zuhielten schien arge Probleme zu haben, denn er konnte sich offenbar nicht von dem Schwarm lösen. Irgendetwas an dieser Tatsache irritierte den Gabrieliten, hatte er doch seinen Scharbruder Llobel als einen ausgezeichneten Flieger kennengelernt und wusste auch von dem fliegerischen Können der urielitischen Himmelsboten an sich. Ein kleiner Zweifel, was die ganze Szenerie betraf, schlich sich in Farimiels Bewusstsein, doch die Sorge überwog und mit kräftigen Schwingenstößen hielt er auf das Getümmel zu. Er war derart fokussiert, dass er den dicht über dem Boden fliegenden Schatten, der auf ihn zuhielt, nicht mehr rechtzeitig wahrnahm.

"Farimiel!", rief ihn Llobel an. "Halte ein! Es ist eine Falle!"
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LoCo
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« Antworten #81 am: November 02, 2010, 13:41:03 »

Als Farimiel den Ruf Llobels vernahm stutzte er kurz, brach mitten im Flug nach links aus, stieg dabei mit kräftigen Flügelschlägen etwas höher und zückte sein Schwert.

Farimiel hatte fest damit gerechnet, dass die weißbeschwingte Gestalt bei den Verderberlibellen Llobel war. Doch da er die Stimme seines Scharbruders so klar vernommen hatte, musste dieser sehr nah bei ihm sein.
Sein Blick schweifte daher rasch in alle Richtungen um Llobel zu entdecken.

"Llobel, wo bist du?" 
« Letzte Änderung: November 05, 2010, 17:31:06 von LoCo » Gespeichert

Vomo
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« Antworten #82 am: November 06, 2010, 13:03:23 »

Llobel schoss dicht über den Boden fliegend heran und stieg nahe seinem Scharbruder empor. Mit kräftigen Schlägen und einem geschickten Manöver zog er mit dem Gabrieliten gleich.

"Lass uns schnell zur Stadt zurückkehren", sagte er knapp. "Dort werden wir eher gebraucht, als uns hier in ein sinnloses Scharmützel mit einer Übermacht zu stürzen." In den Augen des Urieliten war dies keine Flucht vor dem Feind, sondern ein strategischer Rückzug. Er hatte, soweit es ihm möglich war, alles in Erfahrung bringen können, was der Stadt Haman bevorstand.

Dass er nur eine kurze Anweisung für Farimiel übrig hatte, war den Umständen geschuldet. Sicherlich könnte er ihn auf dem Rückflug zu den anderen in Kenntnis setzen, doch war der Weg zurück in wenigen Minuten zu bewältigen und auch die restlichen Scharmitglieder und Verteidiger der Stadt würden an seinen Erkenntnissen interessiert sein. Er blieb noch kurz an der Seite des Gabrieliten, um abzuwarten ob dieser noch etwas fragen oder sagen wollte, um dann dessen Rückzug zur Stadt zu decken.
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« Antworten #83 am: November 07, 2010, 14:39:04 »

"Wie...," setzte Farimiel zu einer Frage an, sein Blick glitt dabei vom Urieliten zu der weißbeschwingten Gestalt.
"Dann aber rasch zürück zur Stadt! Ich brenne darauf zu erfahren was du entdeckt hast!"

Mit kräftigen Flügelstößen flog er zurück nach Haman.
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Vomo
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« Antworten #84 am: November 08, 2010, 00:38:21 »

Llobel konnte den fragenden Blick Farimiels gut verstehen. Er selbst hatte auf den ersten Blick geglaubt, dass es sich bei dem Weißbeschwingten um einen Gottesboten handelte. Doch war er sehr schnell eines Besseren belehrt worden, als er allein auf seinem Erkundungsflug unterwegs gewesen war. Nur haarscharf war er dem heimtückischen Anschlag der Kreatur entgangen, die ein exzellentes Beispiel dafür war, dass die perverse Phantasie des Herrn der Fliegen nicht einmal vor den Himmelsboten Halt machte. Was es genau war konnte der Urielit nicht sagen, denn er hatte von solch einem Traumsaatgezücht noch nie etwas gehört geschweige denn etwas Derartiges gesehen.

Für ein paar Flügelschläge begleitete er den Gabrieliten noch, um dann senkrecht in den Himmel empor zu steigen und auf der Stelle zu schweben. In der Aufwärtsbewegung drehte sich der Urielit um seine eigene Achse, griff nach seinem Bogen und machte ihn mit einem Pfeil schussbereit. Er hielt für einige Augenblicke seine Position und hielt den Schwarm Traumsaat im Blick.
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« Antworten #85 am: November 08, 2010, 01:17:05 »

Auch wenn es sich tatsächlich um eine Falle für den Gabrieliten gehandelt haben sollte, so machte der Schwarm keinerlei Anstalten den beiden Engeln zu folgen, die sich kurzzeitig in Reichweite befunden hatten und sich nun auf die Stadt zubewegten. Selbst als einer der beiden Engel zurückblieb war er für die Traumsaat von keinem großen Interesse. Der Schwarm Verderberlibellen umkreiste weiterhin die weißbeschwingte Gestalt und schien sich zu sammeln. Darunter wogten die Wipfel der Bäume hin und her und Llobel konnte aus seiner Position sehen, dass sich etwas Gewaltiges Bahn durch das Dickicht brach.

Es musste nicht warten, um zu sehen, was da kam. Er wusste es bereits und die Tatsache, dass die geflügelte Traumsaat weder Farimiel noch ihn verfolgte gab ihm die Möglichkeit zu seinem Scharbruder wieder aufzuschließen.
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« Antworten #86 am: November 08, 2010, 18:24:40 »

Llobel ging wieder in die Aufwärtsbewegung über und nahm den Pfeil von der Sehne. Nachdem er mit wenigen sicheren Handgriffen alles verstaut hatte, beschleunigte er weiter und schloss im Sturzflug zu seinem Scharbruder auf, der die Stadt inzwischen beinahe erreicht hatte. So erreichte er mit Farimiel gemeinsam die Stadtmauer und landete.
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« Antworten #87 am: November 08, 2010, 22:46:52 »

Langsam sank er wieder hinab auf die Mauer. Tamiel schwieg und sah Llobel lange schweigend an. Sein Gesicht schien keine Gefühle auszudrücken. Ein Lächeln schlich sich nicht auf seine Züge, als er Llobel wieder willkommen hieß. Er nickte Farimiel zu. Konzentriert betrachtete er die Gegend, von der die beiden Engel gekommen sind.

Er sah Llobel noch einmal lang an, nickte dann auch ihm zu. Seine Augen jedoch ruhten wieder auf dem Feind. Sein Kopf arbeitete bereits an einer Lösung. Er nahm sich das letzte Geschehen vor, dass der gefallene Engel ihnen geboten hatte. Wenn es hier einen Wald gab, dann konnte sie ihn auf in Brandt setzen. Es musste nur im richtigen Moment geschehen. Die Flammen von Gabriel - sie konnten hier helfen, wenn Llobel es vermochte den Wald zu treffen.

Seine Gedanken behielt er jedoch für sich. Seine Hasta fest im Griff sah er zwischen den Schießscharten hindurch.

"Berichte uns dein Abenteuer, Llobel", meinte sein Scharführer ernst.
« Letzte Änderung: November 09, 2010, 19:09:01 von Alukard » Gespeichert

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« Antworten #88 am: November 09, 2010, 19:12:50 »

Es hätte der Aufforderung Tamiels nicht bedurft, denn der Urielit brannte darauf von seinem Erkundungsflug zu berichten. Llobel benutzte hierfür die Sprache der Engel, denn er wollte es dem Scharführer überlassen zu entscheiden, was die Stadtbewohner erfahren sollten und was nicht. Auch hatte er einiges gesehen, das er selbst nicht benennen konnte - die weißbeschwingte Gestalt war nur ein Beispiel dafür. Vielleicht konnte ja Aleriel etwas mit seinen Beschreibungen anfangen.

"Es hat etwas gedauert, bis ich ein paar von den Angreifern der letzten Nacht entdeckt habe. Da sich die von Plagenwürmern befallenen Menschen von der Stadt weg bewegten verfolgte ich sie unauffällig. Sie versammelten sich auf einer Lichtung im südlich gelegenen Wald. Der Boden dieser Lichtung war sehr hügelig und voll von etlichen abgestorbenen Bäumen. Nach kurzer Zeit traf dort auch ein gutes Dutzend Verderberlibellen ein, doch es schien mir, als würden sie gemeinsam zwischen den toten Bäumen auf etwas warten, ohne dass ich eine Art der Kommunikation zwischen ihnen wahrnehmen konnte."

Llobel schaute kurz in die Runde und vergewisserte sich der Aufmerksamkeit all seiner Schargeschwister. "Während ich am Boden im Schutz des Dickichts die Lichtung umrundete, entdeckte ich zwischen den Bäumen eine Gestalt, die ich auf den ersten Blick für einen Engel hielt. Als ich mich leise bis auf zwanzig Schritte genähert hatte wurde mir mein Irrtum bewusst. Was ich für die Flügel gehalten hatte waren die Chitinschwingen einer Traumsaatkreatur, welche die Zeichnung von Engelsfedern trugen. Der Hinterleib dieses riesigen Nachtfalters hatte Hautsegel ausgebildet, die man auf einige Entfernung auch für den Kriegsrock eines Himmelsboten halten konnte. Ich verharrte in meiner Vorwärtsbewegung und versuchte mich wieder zu entfernen, als auf der Lichtung alles in Bewegung kam. Aus dem Boden erhoben sich, begleitet von einem grauenhaften Grollen, drei Käfer gigantischen Ausmaßes. Was ich zuvor für abgestorbene Bäume gehalten habe, entpuppte sich als riesige Dornen auf dem Rücken dieser Kreaturen. Ich war von dem Anblick derart gefangen, das ich den falschen Engel beinahe vergessen hätte. Aus dem Augenwinkel sah ich etwas heran schnellen. Instinktiv habe ich mich geduckt und so traf die rasiermesserscharfe Kante seines Flügels nur das Dickicht, welches davon mühelos zerteilt wurde. Mir war klar, dass ein Kampf mit dieser Kreatur in der Nähe der anderen Traumsaat nicht unbemerkt geblieben wäre und so schlug ich mich tiefer in den Wald und versuchte den falschen Engel auf diese Weise abzuhängen. Zwischen den Bäumen, so dachte ich, würde es ihm schwerfallen seine Schwingen als Waffe einzusetzen."

Der Urielit atmete einmal tief durch und beendete danach seinen Bericht. "Es gelang mir, mich von der Kreatur abzusetzen, ohne von den anderen Wesen entdeckt oder verfolgt zu werden. Nachdem ich den Waldrand erreicht hatte, orientierte ich mich kurz, bevor ich mich - dicht über den Boden fliegend - auf den Rückweg machte. Dann entdeckte den Falschen Engel wieder und sah wie Farimiel auf ihn zu hielt. Offenbar besitzen diese Traumsaatkreaturen eine Hinterlist, die es ihnen sogar erlaubt anderen Wesen eine Falle zu stellen.
Ich befürchte nun sogar einen koordinierten Angriff der gigantischen Käfer auf die Stadtmauern, der von den fliegenden Kreaturen unterstützt werden wird."


Llobel verstummte und sah aufmerksam in die Gesichter seiner Schargeschwister. Sein Blick glitt hinüber zum Wald im Süden und er versuchte zu erkennen, ob der Feind schon auf dem Vormarsch war.
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Engel
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« Antworten #89 am: November 15, 2010, 18:17:23 »

Als hätte die Traumsaat nur darauf gewartet, dass der Urielit seinen Bericht beendet und zum Wald hinüberschaut, setzte sich der Schwarm in Bewegung.

Zwischen den Bäumen brachen die gigantischen Käfer hervor und nahmen Geschwindigkeit auf, als wollten sie die Stadt samt ihrer Befestigung niederrennen. Ihnen folgten die von den Plagenwürmer befallenen Menschen und in der Luft wurden sie von den Verderberlibellen eskortiert. Das Geräusch, dass diese fliegenden Alpträume verursachten war ein lautstark tosendes, bedrohliches Brummen. Begleitet wurde es von einem immer schneller werdenden, stampfenden Rhythmus, der eher zu spüren, denn zu hören war.

Auf der Stadtmauer Hamans griff die Angst um sich. Nicht Wenige wurden bleich beim Anblick der heranstürmenden Traumsaat und einige verloren sogar die Kontrolle über ihre Blasenfunktion. Andere erstarrten vor Schreck und klammerten sich an den Gerätschaften fest, die sie kurz zuvor noch als Waffe zu nutzen gedachten. Verdenken konnten die Engel das niemandem, war es doch auch für sie der erste Kontakt mit diesen Kreaturen in einem direkten Kampf.
« Letzte Änderung: September 03, 2011, 22:09:58 von Engel » Gespeichert
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