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Autor Thema: Neu ist Böse? Aber ohne Neu kommt es zum Stillstand  (Gelesen 6342 mal)
Marrok
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« am: Juni 02, 2009, 16:10:30 »

Ich war gestern auf der Suche nach D&D 4 Bücher auf deutsch und musste feststellen das Feder und Schwert die Rechte an den Büchern genommen wurde da der deutsche Markt an sich selbst rollenspieltechnisch einfach uninteressant geworden ist. Quasi man hockt eh auf den alten Systemen wie eine Henne auf ihrem Ei und die wenigen die Neues an sich ran lassen kaufen es eh auf Englisch auch

Da ich aber diesen übertrieben Sprachmix hasse.. ich erinnere mich an so einen alten Ventrue Ahn der Zwischen den Mittelhochdeutschen Sätzen von Potenz und Dominate verwendet hat Wink.. heißt es für mich wieder brav übersetzen damit solche Sprachvergewaltigungen nicht vorkommen

Aber egal.. darum soll es nun nicht gehen.

Ich hab nur Angst, dass diese "Abneigung" gegen Veränderungen etwas ist was früher oder später den Rollenspielmarkt vernichten wird. Jeder der ein RPG im großen Stil entwickelt und vertreibt muss auch davon leben und wenn aber die Kunden aber die Produkte nicht annehmen (egal aus welchen Gründen) heißt es das Ende für die Enwickler und somit schlussendlich auch das Ende für den gesamten Markt.

Klar, White Wolf oder Wizards of the Coast werden nun nicht pleite gehen weil der deutsche Markt ein tote Markt ist, aber nen bissel im Magen liegt es einem trotzdem, denn wenn wir mal ehrlich sind.. die Rpgler werden immer älter und der Nachwuchs verbringt seine Zeit lieber in der digitalen Welt und wenn der deutsche RPG Markt nicht aufgeschlossener für Neues wird gehören wir bald zu einer ausgestorbenen Art
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Selganor
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« Antworten #1 am: Juni 02, 2009, 17:26:54 »

Feder&Schwert hat (zumindest soweit es bisher bekannt wurde) nicht die Rechte genommen gekriegt weil der deutschsprachige Markt uninteressant wurde sondern weil der Vertrag Ende letzten Jahres auslief und WotC die Option wahrgenommen hat ihn nicht zu verlaengern nachdem F&S auf die (von WotC gewuenschten) Aenderungen des Vertrags nicht eingegangen ist.
WotC war wohl der Meinung, dass wenn F&S nicht darauf anspringt sich in Deutschland wohl ein anderer Verlag finden laesst... War aber wohl nicht so. Seither liegt die deutsche D&D Lizenz brach.

Aber wenn ich mir (auch hier im Forum) die Einstellung zu D&D 4 und der neuen WoD anschaue ist es nicht verwunderlich wenn "modernisierte" Versionen nicht weiterkommen.

Ich habe allerdings die Erfahrung gemacht, dass viele Leute die bisher D&D nichtmal mit der Kneifzange angefasst haben/haetten inzwischen gerne (und regelmaessig) D&D 4 spielen. Nicht ausschliesslich, aber halbwegs regelmaessig.
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Marrok
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« Antworten #2 am: Juni 02, 2009, 17:50:14 »

Der Grund für die Einstellung ist wohl ein Mischmasch aus beidem Smiley
http://greifenklaue.wordpress.com/2009/04/07/dnd-4e-erste-worte-von-fs/

Sry für OT Smiley
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Shilindra
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« Antworten #3 am: Juni 02, 2009, 19:22:43 »

Der deutsche Rollenspielmarkt ist seit vielen Jahren uninteresant, etablierte Systeme verkaufen sich halt auch auf English und wirklich neue Sache fehlen einfach.

Ja, ich gebe es zu: ich habe einfach kein Bock auf Requiem und D&D 4.0, ich mag D&D 3.5, abgesehen waren die Forgotten Relams Bücher dafür von einer Qualität die ich selten bei Rollenspielen gesehen habe. Bei Requiem komme ich mir als langjähriger WoD Spieler ziemlich verarscht vor, und nur weil White Wolf was neues rausbringt muss es ja nicht, das Beste überhaupt sein, hat man denke ich bei Exalted gesehen. Innovative Sachen fehlen einfach, die Cyberpunk neuauflage war z.B ein Schlag ins Gesicht: Total Billig, Artwork mit Barbipuppen und Storymäßig, ist der Paarungstanz von Amöben interessanter.
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Marrok
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« Antworten #4 am: Juni 02, 2009, 23:47:42 »

Naja wenn wir bei der WOD sind

Changeling = im US Markt ein (sprich die englischen Versionen ^^) totaler Erfolg und die Serie wird verlängert
Und auch die anderen Subsysteme sind im englischsprachigen Markt im Vergleich zur allgemeinen Situation mehr als gut dabei.

Sicher man kann Qualität nicht nach Verkaufszahlen messen, man braucht sich nur die Musikcharts angucken Smiley

Problem ist nur das die allgemeine Mentalität in unseren Breitengraden eben sehr "neu ist böse" ist und man Neues nicht mal an sich ran lässt und lieber darüber schimpft obwohl man es nicht die Spur kennt (und das meiner Erfahrung nach bei 90% der Leuten sie die über neues jammern)

Und ich muss hier nun jammern weil ich einfach kein Freund der englische Sprache bin .. würd ich besser Französisch können oder Spanisch würd ich mir ja zumindest die D&D Bücher in jenen Sprachen besorgen ^^

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Dracyon
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Hmm... Ob man das essen kann...?

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« Antworten #5 am: Juni 03, 2009, 09:35:26 »

Hmm...

Ich als Teil des Entwicklerteams der Draken Rollenspiele kenne das Problem... Ich erkenne ein Regelfehler (o.Ä.) und möchte es gerne Ändern und in die nächste Aktualisierung eines Systems einbauen... Aber regelmäßig bekomme ich dann "Nicht schon wieder was Neues" zu hören... Ok, bei uns ändert sich gerne mal was, aber ist es nicht besser ein schlüssiges System zu verwenden, als nur die allererste, Fehlerbehaftete Version? Hören wir mit der ersten Version auf, dann können wir uns bald wieder auflösen, da wir keine neuen Systeme mehr erfinden können und die alten ja niemals erneuert werden dürfen.

Aber warum bekomme ich so was zu hören? Warum ist man allgemein abgeneigt, eine Neuerung zu verwenden? Vielleicht liegt es ja auch daran, dass dann teilweise auch viele andere Regeln über'n Haufen geworfen werden, die man eben erst vollkommen begriffen hat. Dann ist die Lust schon wieder ein ganzes Werk nach Änderungen abzusuchen verständlicherweise schnell im Keller.

Davon abgesehen (mal nur so angemerkt); Ist es wirklich sinnvoll den amerikanischen Markt mit dem deutschen zu vergleichen? Man beachte, dass Amerikaner eine ganz andere Mentalität haben und viel mehr wegwerfen und neu kaufen, als es bei einem Deutschen der Fall ist...
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Shilindra
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« Antworten #6 am: Juni 03, 2009, 11:01:39 »

@ Marrok

Um ehrlich zu sein, kann ich dir das nicht mal genau erklären, woran es liegt. Ich habe mit Begeisterung auf die 3 Ed. von der WoD gewartet und war anschliessend angenehm überrascht. Es war deutlich besser gelungen, aber nicht perfekt. Als das ganze eingestampft wurd, hat White Wolf das Nights of the Prophecy auf den Markt geklatscht, ehrlich gesagt kam ich persönlich mir dabei ziemlich verarscht vor. Das Ding ist eine Zumutung, egal welche der Szenarien man nimmt effektiv kann man die WoD nicht weiterspielen. Das wäre kein Problem gewesen, wenn man gewisse Dinge hätte vorher angedeutet. Stattdessen stampft alles ein und bringt Requiem raus. Was vollkommen neu sein soll. Wenn es wirklich was neues wäre, erwarte ich neue Namen, für Clans, Diszplinen und ein anderes System was dahintersteckt. Denn so hätte man auch die WoD 1.0 weiterführen können und einfach ein anderes Gehenna Szenario stricken, wonach die Requiem klamotten, da reingepasst hätten.

Aber so wie es gelaufen ist, hätte ich den Eindruck von Geldmacherei und damit war bzw. bin ich nicht alleine, mit dieser Einstellung.

D&D 3.5 ist halt etwas neues für mich, es ganz anders als AD&D...

So, jetzt habae ich geschwaffelt und den Faden verloren, achja
Du sagst es: Verkaufszahlen sagen rein gar nichts aus. Demnach müsste zum Beispiel Plüsch, Power und Plunder das absolute Top-Rollenspiel sein. Fast jeder kennt es oder hat das regelwerk dazu. Oder Shadowrun, gut ich finde Shadworun nicht toll, liegt aber an der Welt nicht am System, aber die Sachen haben sich wir blöd verkauft. Gerade als die rechte noch bei Fasa lagen.

Wie schon gesagt: Nicht alles was neu ist, ist auch böse, aber neu bedeutet nicht das es besser als das alte ist oder was innovatives.

Ich persönlich habe kein Problem mit den Englischen Regewerken, vor allem, weil es mir egal ist, ob der Sermon auf Deutsch oder English da steht.

@ Dracy
Ohne Unken zu wollen, aber ich glaube es geht um kommerzielle RPGs, Wink
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Dracyon
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Hmm... Ob man das essen kann...?

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« Antworten #7 am: Juni 03, 2009, 11:12:02 »

Und wenn schon... Ich dachte ich vermittle mal einen Blick eines Entwicklers... (Sorry wegen dem SPAM) Grin
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Marrok
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« Antworten #8 am: Juni 03, 2009, 16:59:02 »


Du sagst es: Verkaufszahlen sagen rein gar nichts aus. Demnach müsste zum Beispiel Plüsch, Power und Plunder das absolute Top-Rollenspiel sein. Fast jeder kennt es oder hat das regelwerk dazu. Oder Shadowrun, gut ich finde Shadworun nicht toll, liegt aber an der Welt nicht am System, aber die Sachen haben sich wir blöd verkauft. Gerade als die rechte noch bei Fasa lagen.

Wie schon gesagt: Nicht alles was neu ist, ist auch böse, aber neu bedeutet nicht das es besser als das alte ist oder was innovatives.

Ich persönlich habe kein Problem mit den Englischen Regewerken, vor allem, weil es mir egal ist, ob der Sermon auf Deutsch oder English da steht.

@ Dracy
Ohne Unken zu wollen, aber ich glaube es geht um kommerzielle RPGs, Wink

1. Plüsch, Power und was? Cheesy
2. Kann in Sache Innovation leider nur die WOD vergleichen und da kennst ja meine Meinung Wink
3. Mhh naja ich denke auch Dracy will einen gewissen Erfolg mit seinem RPG haben.. auch wenn es statt Geld nur Anerkennung gibt Wink


Aber klar spielen auch finanzielle Entscheidungen mit.. für was würde sonst eine Firma ein RPG auf den Markt bringen wenn es nicht darum gehen würde Geld zu verdienen *gg*. Der einzige Vorteil an "Neuauflagen" die die Mehrheit ablehnt.. man hat meist dann auch nimmer die Leute in der eigenen Zielgruppe die einem im alten System die Nerven geraubt haben *gg*

Aber andere Sache: weiß jemand wie es auf dem spanischen oder französischen Markt aussieht?
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Selganor
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« Antworten #9 am: Juni 04, 2009, 13:08:39 »

Das Ding ist eine Zumutung, egal welche der Szenarien man nimmt effektiv kann man die WoD nicht weiterspielen. Das wäre kein Problem gewesen, wenn man gewisse Dinge hätte vorher angedeutet.
Keine Andeutungen?
Seit GenCon 1991 (als VtM 1. Auflage rauskam) hiess es staendig "die Welt ist dem Untergang geweiht" (und das in fast jedem der 5 grossen Systeme), nach 13 Jahren ist es dann endlich soweit...
Das ist schon Vorwarnung genug, oder? Wink
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Kain
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Es ist der Traum der mich geführt...


« Antworten #10 am: Juni 04, 2009, 19:17:17 »

Ich weiß nicht ich bekomme heufig mit das Leute auf eine Deutsche versien einer neuen Edition oder gar eines neuem Systems warten obwohl sie die Engliche ausgabe sogar schon zuhause im Schrank stehen haben. Gute beispiele hirfür sind wohl Anima beyond Fantasy oder All Flesh must be eaten.
Was neue Editionen angeht warte ich immer gespant auf eine neue Edition von Cthulhu. Da hir die Regeln normalerweisse nicht über den haufen geworfen sondern sinfoll und stimmig Erweitert werden.
« Letzte Änderung: Juni 04, 2009, 19:38:42 von Kain » Gespeichert

Ich wurde geboren, ohne das ich gefragt wurde. 
Ich werde sterben, ohne es zu wollen.
medusas child
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« Antworten #11 am: Juni 05, 2009, 11:04:51 »

Hi Leute,

ich darf mal einen anderen Ansatzpunkt aus dem Eingangspost aufgreifen?

Zitat
[...] die Rpgler werden immer älter und der Nachwuchs verbringt seine Zeit lieber in der digitalen Welt und wenn der deutsche RPG Markt nicht aufgeschlossener für Neues wird gehören wir bald zu einer ausgestorbenen Art

Kann man das Verallgemeinern? Oder rührt dieser Eindruck nicht eher daraus, dass wir älter werden und somit nicht mehr so gut mitbekommen, was in bei der nächsten Generation gerade abgeht, weil auch unser persönliches Umfeld mit uns älter wird?

Für mich persönlich kann ich jedenfalls sagen, dass ich mittlerweile kaum noch Kontakt mit 14-17 Jährigen habe. Und das war bei mir damals die Zeit, in der fast alle meine Bekannten mit dem Rollenspiel angefangen haben. Deshalb könnte ich gar nicht mehr sagen, ob die Jugendlichen heute noch Rollenspiel spielen oder nicht.

Warum so junge Spieler in der Szene nicht so präsent sind, leuchtet mir allerdings ein: Wenn sich seit meiner Zeit nicht so viel geändert hat, dann hängt man in dem Alter eben noch nicht so viel in Rollenspielläden rum, weil man halt nicht unbedingt das Geld hat, um sich ständig Erweiterungsbücher zu holen. Vergleichbares gilt für Cons; wer hat denn da das Geld für? Und dass sie eher seltener in RPG-Foren abhängen ist auch klar: Mensch, wer will schon die ganze Zeit von so alten Säcken zugeseiert werden, die eh immer alles besser wissen? Da kann man seine Zeit spaßiger mit MMORPGs verbringen.

Aber ich glaube, es gibt noch Rollenspielnachwuchs. So schnell wird das alles nicht aussterben. Aber Rollenspiel war schon immer ein Nischenprodukt, das nicht mit anderen angesagten Hobbies mithalten konnte. Und so wird es sicherlich auch bleiben. Deswegen sollte man da vielleicht nicht ganz so schwarzmalen. Wink


Aber mal meine Meinung zum eigentlichen Diskussionsstrang: Ich habe nichts, gegen die neuen Systeme. Mich kekst es nur, wie manche Leute einen anfahren, wenn man sagt, man spielt das neue System nicht und man hat auch nicht vor es zu spielen...

Warum ich noch kein neueres System spiele? Ganz klar: Kein Interesse. Und da sind mal wieder die Entwickler gefragt. Wenn die es nicht schaffen, mein Interesse zu wecken, werde ich die Bücher nicht kaufen. Ich halte nichts davon, Rollenspielverlage in der Hoffnung zu subventionieren, dass sie vielleicht in Jahren mal etwas herausbringen, das ich spielen will.

Wobei es ja manchmal gar nicht am Interesse scheitert. Kleine Ängste und Ratten fand ich tierisch interessant, aber da sehe ich dennoch keine große Langzeitmotivation. Und ich suche derzeit eben auch nach etwas Neuem, dass man dann auch mal eine ganze Weile spielen kann. Anderenfalls steigen mir nämlich meine regelmuffeligen Spieler aufs Dach, die keine Lust haben, sich jedes halbe Jahr in ein neues Regelsystem einzuarbeiten.
« Letzte Änderung: Juni 05, 2009, 11:06:58 von medusas child » Gespeichert
Arkam
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« Antworten #12 am: Juni 22, 2009, 17:13:09 »

Hallo zusammen,

mit neuen deutschen Rollenspielen ist das leider immer so eine Sache.

Da gibt es ein Mal die neuen Editionen. Häufig sind das ja nicht einfach fehlerkorrigierte Fassungen alter Systeme sondern es kommt häufig zu starken Änderungen in den Regeln, siehe den Schritt von DSA 3 auf 4.x oder des Hintergrunds, siehe Shadowrun und wohl auch den Schritt von der alten auf die neue World of Darkness.
Wer schon eine komplette Sammlung an Quellenbüchern und Abenteuern hat wird da genau überlegen ob er die neue Edition wirklich braucht.
Gerade wenn man bedenkt das diese Neufassungen dann ja auch erst noch Mal reifen müssen und beliebtes Spielmaterial erst Mal erscheinen muss kann man verstehen wenn abgewartet oder gar direkt abgelehnt wird.

Übersetzungen neuer Systeme haben da ein anderes Problem. Ich denke ich bin, mit 42 Jahren, nicht der einzige Altspieler der sich noch an viele mißlungene deutsche Übersetzungen erinnert. Nein ich rede nicht von der Taschenlampe bei AD&D sondern etwa vom Mechwarrior RPG das in Deutsch nur als Teilübersetzung, ohne Clans, vorlag. Auch die heutige wunderbare Fassung des Cthulhu RPGs hat über die Laurin und die Hobby Production Fassung eine wenig ruhmreiche Geschichte hinter sich.
Aber auch aktuellere Übersetzungen zeigen wie man es nicht machen sollte. So wurde etwa 7th Sea nicht vollständig übersetzt. Das ist in diesem Falle besonders ärgerlich wenn die nicht übersetzten Quellenbücher auch noch Regeln und Teile des Metaplots enthalten.

Bei einheimischen Systemen  fällt mir neben den Kleinsystemen wie Ratten! vor allem Chroniken der Engel ein. Nach dem Kauf war ich vom Hintergrund fasziniert aber war von den Regeln abgestoßen. Das Arcana System, man zieht tarotähnliche Karten und interpretiert diese dann, war für mich und meine Mitspieler zu unvertraut und eine Umsetzung auf ein anderes System war uns zu aufwendig. Das Alternativsystem war das D20 System. Da braucht man dann aber zumindestens noch zwei weitere Bücher um den Hintergrund nutzen zu können. Das ist nicht nur finanziell recht aufwendig sondern  auch vom zeitlichen betrachtet recht viel verlangt.
Nun gut als Rollenspiel Sammler habe ich mir dann ja doch das weitere Engel Material gekauft. Mal abgesehen davon das die Qualität des Materials diskussionsfähig war wurde es leider noch nicht Mal zu Ende gebracht. Auch hier gibt es aber leider einen Metaplot der zudem auch für den Spielleiter noch Geheimnisse beinhaltet. Und nein bei kommerziellem Material möchte ich nicht raten müssen was die Autoren sich gedacht ahben.

Ganz zuletzt gibt es noch die Modesysteme. Etwa das Herr der Ringe RPG nach Decipher System das ja mit den Filmen heraus kam aber danach sowohl im amerikanischen und was das Material angeht in Deutsch schon vorher eingestellt wurde.
Bei solchen Schnellschüssen kann man absehen das sich das System nicht lange hält.

Hinzu kommt eine recht starke nichtkomerzielle Konkurrenz.
So findet man im Internet genügend freie Systeme die teilweise auch gut unterstützt werden. Gerade wenn man eigentlich Jemand ist der gerne selber Material schreibt reichen einem ja die Regeln und gegebenenfalls auch noch ein Hintergrund vollkommen aus.
Zu Guter letzt haben genügend Runden ihr jeweiliges Haussystem deutlich verhausregelt so das sie auf neue Editionen des Systems für sie nicht notwendig sind.
Und dann gibt es dann noch die Rollenspieler die ihr eigenes System geschrieben haben und dafür eine Runde gefunden haben.

Gruß Jochen - Änderung: Rechtschreibung
« Letzte Änderung: Januar 28, 2016, 09:20:57 von Arkam » Gespeichert
Arkam
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« Antworten #13 am: Januar 28, 2016, 09:37:50 »

Hallo zusammen,

dafür das neue Systeme gerade bei begeisterten Altspielern, Generation 30 - 50+, nicht mehr so gut verkaufen könnte es noch ein paar Gründe geben die den Lebensumständen geschuldet sind.
Die Zeit für Rollenspiel generell nimmt ab. Da möchte man keine Zeit mit Systemdiskussionen und dem lernen neuer Systeme verschwenden.
Man bevorzugt regelleichte und abgeschlossene Systeme weil man so eben nicht mehr nur Spielzeit gewinnt sondern auch mehr unterschiedliche Szenen in der gleichen Zeit schafft. Bei solchen Systemen kommen eher seltener neue Editionen heraus.Gerade Kämpfe können bei den taktischen Systemen sehr viel Zeit einnehmen. Wenn Altspieler ein solches System spielen kennen sie es meistens sehr gut so das auch Kämpfe schnell voran gehen.
Einige der neuen Systeme, vor allen die sogenannten Indie Rollenspiele, bringen ein ganz neues Spielgefühl mit sich. Der Altspieler verbindet mit Rollenspiel aber ein bestimmtes Spielgefühl. Von da aus werden sie dann gemieden.
Ach ja so eine Rollenspielsammlung verbraucht Platz und Geld. Da überlegt man sich schon ob die neuen Dinge wirklich benötigt werden. Gerade wenn man schon die vorhandenen Sachen kaum nutzt.

Gruß Jochen - Änderung Rechtschreibung
« Letzte Änderung: April 09, 2016, 11:48:09 von Arkam » Gespeichert
Towe
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« Antworten #14 am: Dezember 06, 2019, 15:50:34 »

Auch wenn der Thread uralt und wahrscheinlich tot ist, muß ich mal meinen Senf dazuabsondern:
(Hab mir hier etwas Frust von der Seele geschrieben, nur zur Warnung)

Ich habe schon vor langer Zeit aufgehört neue Ausgaben zu kaufen weil ich ehrlich gesagt keine Lust auf gewisse Geschäftspraktiken habe.

Einfach einen Band zu kaufen weil einen der Inhalt interessiert wird einem ziemlich schwer gemacht weil:

1. Gezielt so geschrieben wird dass man dann weitere kaufen muss:

Ein Paradebeispiel für mich ist zB der Moon-Druid im PHB 5, dessen Spezialeigenschaft ist dass er sich in Beasts mir CR>2 verwandlen kann nur gibts die halt im PHB nicht, dafür braucht man zumindest das Monster Manual, und in Tome of Foes sind dann Beasts mit selbem CR stärker als im MM. Ist denk ich auch kein Zufall dass diese Druidenklasse gleichzeitig die kampfstärkste ist. (Na kein Wunder, mittels Powercreep verkauft WotC ja auch Magic...)
Aber auch deutsche Produzenten wie DSA kommen nicht ohne dauernde Verweise auf andere Bände aus.

2. Ich nicht alle paar Jahre ein neues Reglsystem brauche:
Gern hab ich mir früher neue Regionalbeschreibungen für DSA zugelegt, aber seit sie einfach alte Regionalbände die begehrt sind (sucht Mal den Albernia Regionalband ('Am grossen Fluß' oder so) im Netz) nicht mehr auflegen und stattdessen den Inhalt leicht aufgearbeitet in neue verpacken anstatt wirklich Neues zu bieten, hab ichs aufgegeben.


Wie wärs mal damit:
Entkoppelt Regelsystem und Beschreibung der Welt damit mir durch die Beschreibungen keine Reglbände aufgezwungen werden.
Bleibt bei einem Regelsystem und haltet euch eher an optionale Zusatzregeln anstatt die Leute zu zwingen sich alle 5 Jahre alle Grundbücher nochmal zu kaufen.
Konzentriet euch bei neuen Beschreibungen darauf wirklich Neues zu beschreiben anstatt Altes wiederzukauen.

Ich versteh natürlich dass es kurzfristig mehr Geld bringt wies gemacht wird, langfristig ruinierts aber den Markt denk ich. Aber der Trend ist ja nicht nur am RPG-Markt zu sehen...
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