@ Wuschel: Was die Diszis angeht, sollte man vielleicht zunächst einmal ihre Aufgaben in Augenschein nehmen.
Die Stichwörter, die bisher gefallen sind:
– Söldner
– Geisterfänger
– Attentäter
– Diener
Dominate fällt flach, weil ein Willenloser, niemand anderem seinen Willen aufzwingen kann.
Obtenebration hatte einmal den Hintergrund, dass der Lasombra damit auf die dunkelsten und unmenschlichsten Seiten seiner Seele zurückgriff und diese im Schatten manifestierte (deswegen hatten bei mir lange Zeit Charaktere mit Menschlichkeit keine Chance Obtenebration zu erlernen).
Die andere Erklärung war, dass die Lasombra auf die Abyss zugreifen. (Da wir gerade dabei sind: In welchen Quellenbüchern wird die Abyss überall erwähnt? – Würde da ja gerne mal eine Sammlung von Fakten erstellen.)
Welche Hintergründe hat jetzt Necromancy?
Shil sagte, dass das ein Überbleibsel aus der Zeit ist, als die Giovanni noch Magier waren.
Es ist mittlerweile eine thaumaturgische Disziplin, die aufgrund der verschiedenen Pfade und Ritual ein größeres Potential als eine "gewöhnliche" Disziplin hat. Aber thaumaturgische Disziplinen sind, wenn man das "Blood Magic" referenziert, bei weitem komplexer als "gewöhnliche" Disziplinen. Mir stellt sich da die Frage, ob ein stumpfsinniger Mörder und Jäger so lange in Necromancy unterrichtet werden soll, bis er das endlich geschnallt hat? Oder ob er nicht eher als "Massenware" bestrachtet wird und man gibt ihm halt ein paar Diszis mit, uns gut ist? Dann wäre aber eindeutig Obtenebration vorzuziehen, wenn es um die Erlernbarkeit geht.
Außerdem ist Necromancy hier und da eine passive oder mittelbare Disziplin. Ein Mörder ist aber effektiver, wenn man ihm ein direktes Mittel gibt. Auch das spricht eigentlich gegen Necromancy und eher für Obtenebration.
Ach, warum ich übrigens anfange, die beiden Diszis abzuwägen: Beide auf einmal sind "too much". Man muss den SCs schließlich noch eine Chance geben.

Als dritte Disziplin würde ich eine weitere körperliche Vorschlagen. Denn sowohl Celerity als auch Fortitude würde direkt dazu beitragen, dass diese Blutlinie in der Erfüllung ihrer angedachten Aufgabe effektiver wird. Beide sind allerdings nicht so mächtig, als dass sie die Blutlinie "unbesiegbar" machen würden.
Nun wieder zur Plotidee zurück...
Also der erste Schritt in dem Plot wird, wie ich das sehe, sein, dass die SCs herausfinden, dass es sich bei dem NSC um eine neue Blutlinie handelt. Dazu trägt der Nachteil, keine Aura zu haben bei. Ergo: Dieses Ziel lässt sich noch leicht erreichen.
Aus dieser Erkenntnis wird sich in den Köpfen der Spieler die Frage entspinnen: Was ist das für eine Blutlinie?
Mit Sicherheit lässt sich diese Frage auch noch beantworten. Sprich, die Spieler werden in Erfahrung bringen können, dass es eine neue Blutlinie der Giovianni und der Lasombra ist.
Die nächste Frage wird sein, was hat diese Blutlinie für eine Aufgabe? Durch das Auftreten der Blutlinie und deren Beobachtung können sie eventuell auch noch herausfinden, dass es sich um Meuchelmörder handelt. (Jetzt stellt sich mir die Frage: Wie effektiv ist ein Attentäter ohne Obfuscate? Aber im Zweifelsfall ist das nur Makulatur – denn Attentate können sicherlich auch ohne Obfuscate erfolgreich ausgeübt werden.)
Nur die nächste Frage, die sich zwangsläufig aufwerfen wird, bereitet mir noch arges Kopfzerbrechen: WARUM haben die Lasombra und die Giovianni sich zusammengetan? (Man muss davon ausgehen, dass im ersten Moment noch nicht klar ist, dass es sich auch um Einzelpersonen handelt. Die Erfahrung zeigt, dass immer erst vom Allgemeinen ausgegangen wird, bevor das Spezielle in Betracht gezogen wird.)
Und an der Erklärung auf das Warum hänge ich...
– wenn die Antwort wirklich ist, weil zwei Einzelne aus krankhafter Machtgier die Herrschaft in ihren Clans an sich reißen wollten, dann ist das für die Spieler nicht befriedigend. (Zumindest wäre dies keine hinreichende Erklärung für mich als Spieler.

) Denn, was hat das denn mit den Spielern zu tun? Warum wurden sie überhaupt involviert? Warum waren sie in dieser Geschichte überhaupt notwendig?
– wenn die Antwort lautet, dass da ein weiterer Versuch zum Thema Kiasyd gestartet wird, dann wird die Frage sein, warum die Giovanni mit ins Boot geholt wurden? Darauf kann ich dann auch keine Antwort geben. Der Versuch mit den Kiasyd hat sich ja eigentlich als erfolgreich herausgestellt. Und die Giovanni wären in einem erneuten Projekt nur ein unnötiger Risikofaktor gewesen.
– wenn ich die Antwort gebe, dass die Lasombra und die Giovanni die Dämonen der Abyss kontrollieren und nutzen wollten, dann ist das für die Spieler auf jeden Fall befriedigend. Denn wären sie nicht gewesen, die diese dunklen Machenschaften aufgedeckt hätten, dann wäre die Welt sicherlich aus dem Gleichgewicht geraten. Die Frage des "warum gerade wir?" kann also hinreichend beantwortet werden mit "weil ihr eben einfach die Besten seid!".

Auch die Frage, warum sich Giovanni und Lasombra zusammengetan haben, ist hinreichend abgedeckt mit "weil eben nur diese beiden Clans das entsprechende Know-How haben, um so ein Projekt auf die Beine zu stellen!"
Nur jetzt kommt meine Weltsicht
* der WoD ins Spiel: In meiner WoD ist jeder Fraktion, jede Sekte und jeder Clan äußerst geheimniskrämerisch. Jeder versucht so wenig wie möglich von seinem Wissen preiszugeben. Jetzt muss ich mir selbst die Frage stellen: Wer hat von den Hintergründen der Fähigkeiten des anderen gewusst? (Jetzt schließt sich der Kreis wieder.

)
– Wissen die Giovanni, dass die Schattenspiele der Abyss entspringen? Können sie das überhaupt, denn eigentlich ist diese Theorie nach dem Libellus Sanguinis sogar unter den Lasombra umstritten. Und selbst wenn die Theorie nicht umstritten wäre, dann benötigt man für so ein unterfangen einen Giovanni, der unglaublich viel über die Disziplin der Lasombra weiß. Denn ich kann mir vorstellen, dass der Großteil der Lasombra nicht einmal darüber bescheid weiß, woher und wie die Disziplin wirkt. Woher sollen sie das denn auch wissen? Ein Clanbuch bekommen sie zumindest nicht beim Embrace...
– Wissen die Lasombra, dass die Abyss ein Teil der Shadowlands ist? Bei allem Wissen, dass die Lasombra vielleicht durch Obtenebration und seinen Einsatz über die Shadowlands haben... das kann bei weitem nicht genug sein, um auch nur von der Existenz der Abyss zu wissen – geschweige denn, was darin lauert! (Ansonsten würden sie sicherlich sofort ihre Disziplin einmotten.

) Die Eingänge zur Abyss liegen tief versteckt in den hintersten Winkeln und in den dunkelsten Abgründen des Totenreichs. Dagegen ist das, was die Lasombra mit höheren Obtenebrationanwendungen in den Shadowlands anstellen... naja, halt nicht mehr als den Klappentext eines Buches gelesen zu haben.

Ja, die große Frage bleibt: Wer hat wen angesprochen? Von wem ging der Impuls aus?
Aber um auch noch einmal Shils Vorschlag unter die Lupe zu nehmen:
– Ist es nicht schwieriger einen künstlichen Vampir aus dem Blut verschiedener Vampire zu züchten, als wenn man nur das Blut eines einzelnen nimmt?
– Auf welchen Vorteil hat es Pentex abgesehen? Menschen zu Vampiren zu machen oder zu ghulen klingt für mich nicht nach Pentex. Einfach nicht subtil genug!
– Außerdem sind Pentex nicht die großen "Kloner"... da sollte man lieber bei den Progenitoren ansetzen. (Die wären für die ganze Idee vielleicht wirklich ganz gut geeignet *grübel* ...Nee, ich sollte die so schnell nicht mehr einbringen, hab meine Spieler schon genug mit denen genervt.

)
– Und die Große Preisfrage (tm): Meinst du wirklich, dass das genehmigt wird, wenn Pentex mit Giovanni-Blut experimentiert? Da gibt es meines Wissens jemand, der ein ganz großes Veto-Schild hochhalten könnte.

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Soweit so gut. Ich kann zwar immer noch nicht mit einem eigenen Vorschlag aufbieten, aber ich hoffe, dass zumindest die Fragen, die mir so aufgefallen sind, ein bisschen weiterhelfen können.
Aber ich werde mir noch mal ein paar Gedanken zu dem Thema machen. Höchst interessant ist es auf jeden Fall.
Und ich bin wirklich beeindruckt, wieviele Fragen und Kontroversen so eine spontane "Was-wäre-wenn..."-Idee hier aufwirft. Hat ganz schön Staub aufgewirbelt.

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* Was ich damit sagen will ist: Meine Weltsicht ist sicherlich nicht allgemeingültig. Allein White Wolf hat schon ausreichend Widersprüche in die Quellenbücher reingepackt, dass es bei der WoD keine "richtige" und keine "falsche" Sicht gibt. Deswegen kann der folgende Einwand je nach Spielweise auch außer Acht gelassen werden.
