Dungeons & Dragons
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Regisseur: Courtney Solomon
Filmlänge: 107 Minuten
Erscheinung: USA/Tschechien, 2000
Darsteller: Jeremy Irons, Dustin Whalin, Marlon Wayans, Thora Birch, Bruce Payne, Richard O'Brien
FSK: ab 12
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Das Königreich Izmir ist zwiegespalten: Auf der einen Seite gibt es
die reichen Magier, auf der anderen die arme Bevölkerung. Die neue, jugendliche
Kaiserin Savina will die Verhältnisse ändern und dem Volk mehr Rechte
verleihen. Der machtgierige Erzmagier Profion hat jedoch etwas dagegen. Er stiehlt
der Kaiserin ein magisches Szepter, mit dem sich goldene Drachen kontrollieren
lassen. Die einzige Möglichkeit, das Königreich zu retten, wäre
den Stab von Sevrille zu finden, mit dem sich rote Drachen kontrollieren lassen.
Dieb Ridley und sein alter Kumpane Snails bekommen eher unfreiwillig die Aufgabe,
eben jenen Stab zu finden. Ihnen zur Seite stehen die junge Magierin Marina,
der bärbeißige Zwerg Elwood und die Halbelfin Norda.
Doch natürlich sind hinter dem Stab auch Profions Schergen, allen voran
der böse Krieger Damodar her...
Ja, der Film ist wirklich so scheiße, wie er sich anhört!
Die Story alleine schreckt ja mit ihrem nicht gerade sehr hohem Maß an
Komplexität schon einigermaßen ab, aber echte D&D- bzw. Drachenfans
lassen sich dadurch doch nicht aufhalten!
Leider ist die Story wahrlich nicht das Einzige, was an dem Film...grottenschlecht
ist.
Zunächst wären da die Darsteller, allen voran Jeremy Irons als böser
Magier. Allein schon seine erste Szene, wo er mit weit ausgebreiteten Armen
und raschelnder Robe die Treppe herunter gestürmt kommt, wirkt mehr wie
eine groteske Christopher Lee-Parodie als ernsthaftes Schauspiel. Das ihm der
Film ziemlich egal ist, merkt man recht schnell - er spielt so verdammt schlecht,
dass man ihm seinen damals gewonnenen Oscar fast aberkennen möchte. Die
anderen Darsteller sind aber keinen Deut besser! Bei Irons als Charakterdarsteller
fällt das nur mehr auf. Also die schauspielerischen Leistungen gehören
definitiv zu dem Schlechtesten, was ich je gesehen habe!
Andererseits retten sie den Film gleichzeitig auch... Wenn die Schauspieler
nicht so extrem overacten würden, wäre der Film komplett langweilig
- das Diebes-"Labyrinth" besteht aus drei Räumen, sämtiche
Szenen aus der Drachen-Endschlacht hat man schon im (übrigens großartig
gemachten) Trailer gesehen und die restliche Action ist nicht weiter erwähnenswert...
Nein, das Overacting ist manchmal so unfreiwillig komisch, dass man sich vor
Lachen fast kringelt. Zum Beispiel bei Profions oben gennanter erster Szene.
Der Film kommt also sehr thrashig daher - beabsichtig oder nicht, lustig ist
das schon irgendwie...
Was man vielleicht noch als akzeptabel durchgehen lassen kann, sind die Tricks.
Einige Sachen sind ganz nett animiert, aber weit davon entfernt, einem Klasse-A-Film
auch nur das Wasser zu reichen. Was dann im Endeffekt noch einigermaßen
stimmt, ist die Umsetzung des gleichnamigen Rollenspiels. Die Labyrinthe da
sind meistens auch nicht viel größer, die Kämpfe ähnlich
"hölzern", die Charaktere ebenso eindimensional - wenn es sich
um eine schlechte Gruppe handelt.
So wurde also das Fantasy-Jahr 2001 eingeläutet...auf diesen Einstieg
hätte ich verzichten können! Aber andererseits...dann hätte ich
einen der witzigsten Filme meines Lebens verpasst... :-)
Fazit: Einer der schlechtesten Filme, die ich je gesehen habe! Dennoch übt
der hohe Trashfaktor einen eigenartigen Charme auf mich aus...
Rezension erstellt von DerDoktor