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Autor Thema: [Intime] In der Höhle des Drachen  (Gelesen 37764 mal)
Beschreibung: Teil Eins - Kapitel I
Wuschel
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« am: Juni 14, 2009, 17:11:02 »

Eins


I

In der Höhle des Drachen





--- 16. Mai 1204, tief unter dem Wawel, Kakau, Königreich Polen ---

"Igoooor! Bewege deinen nichtsnutzigen Körper hierher!" hallte es durch die Tropfsteinhöhle. Die klare kräftige Stimme ließ den Verkrüppelten zusammenzucken.
"Ich komme, Herr," beeilte er sich zu rufen. "Was er nun wieder will?" , fragte sich Igor halblaut während er sich mühsam aufrichtete, "hoffentlich soll ich nicht wieder ein Mädchen bringen... es ist so schwer, sie zu überzeugen, und ich breche ihnen ungern die Glieder..."
Beinahe hätte sein Klumpfuß ihm wieder einen Streich gespielt, doch er schaffte es, einigermaßen würdevoll aufzustehen.
"Durchhalten, Igor," murmelte er in sich hinnein, "eines Tages wird er mich heilen, oder besser er wird mich lehren, wie ich mich selbst heile von meiner Hässlichkeit, dann werden mir die Frauen zu Füßen liegen." Er lächelte sein schiefes Grinsen, und begab sich ein Bein nachziehend aus seiner Schlafecke in einer Nische in den größten Teil der Höhle, wo sein Herr und Meister residierte. Viel Luxus hatten sie nicht dort unten, obwohl er der Diener eines waschechten Ritters war. Gern würde er in der Burg Leben, oben bei all dem Gold und den schönen Menschen...
"Igooooor! Beweg dich! Ich habe etwas wichtiges für dich zu tun!" hallte es wider.
Er beeilte sich und stand schwitzend vor seinem Herrn, der wie immer mit der braunen Kutte eines Mönches bekleidet, zwischen den Stalagmiten und Stalagtiten thronte.
"Was kann ich für euch tun, Herr?" , fragte Igor demütig mit gesenkten Haupt.
"Ich spüre, mehrere Personen sind auf dem Weg zu uns. Eine wird in wenigen Munuten hier eintreffen. Geh nach draußen und sieh dich um. Außerdem wirst du wieder auf die Felder gehen und etwas Muttererde mitbringen."
Igor nickte. Immer das gleiche. Schliefe der Herr nicht damit umgeben, wäre er in der darauffolgenden Nacht sehr mißmutig und grausam zu ihm, also brachte er lieber etwas mehr mit, auch wenn es seinen Rücken unglaublich plagte, die Erde in dem Leinensack durch die Gegend zu schleppen, und vor allem sich damit durch die enge Nische zum Flußufer zu quetschen...
"Und," Igor zuckte zusammen, "bringe ein Mädchen. Ich wünsche keine ausgehungerten Gäste."


--- Kurz nach Mitternacht am Fuß des Kalksteinplateaus ---

Die wenige Tage alte Tzimisce Nathalia Salem erhob sich aus dem Wasser der Weichsel.
Sie schritt einfach ans schlammige Ufer.
Ihr mit goldenen Blättern besticktes wallendes Festkleid war blutverschmiert, voller Erde und durchnässt.
Das verzerrte Gesicht löste sich und sie entglitt den Fängen des Tieres, das sie sicher durch die Wildnis hierher geführt hatte.
Eine dumpfe Leere machte sich in ihr breit. Die Erinnerungen der letzten Tage waren unwiederbringlich hinter einem roten Schleier verborgen.
Das Flüstern im Wind, daß sie seit Elaine, ihre Erzeugerin, von jenen Rittern in goldenen Rüstungen vernichtet worden war, zu ihr sprach, machte sie auf eine Felsspalte aufmerksam.
"Dort ist der Eingang zur Residenz des Fürsten," wisperte es zeitgleich in ihrem Ohr und in ihren Gedanken, "...er führt zu jemandem der dir helfen wird... Elaine," der Schmerz der frischen Erinnerung traf sie hart,"...sie vertraute ihm. Doch du solltest nicht den gleichen Fehler machen. Für eine Weile wirst du hier sicher sein....Jetzt geh, und sei wachsam."
Die Stimme entfernte sich, wurde einfach davon getragen.
Nichteinmal drei Nächte hatte sie mit ihrer so zerbrechlich wirkenden Erzeugerin verbringen können, da war sie schon auf sich allein gestellt. Noch nie hatte sie einen weiteren Vertreter ihrer Art auch nur gesehen. Aber sie wußte, wie man auf einen Fürsten zuzugehen hatte, das waren die einzigen Regeln, an die sie sich halten konnte.
Sie raffte das schlammige Kleid zusammen und zog die Schultern ein, um sich durch den engen Durchgang zu schleichen. Kein Licht drang hinaus.
In der Finsternis tastete sich Nathalia voran, nicht wissend, was jenseits der Dunkelheit auf sie wartete.
Zum Glück sah sie nach einer Biegung dirket hinter dem Eingang bald ein Licht. Von Feuer. Der Gedanke, sich in eine Höhle mit schwierig passierbarem Ausgang zu einem Feuer zu begeben, bereitete ihr Unbehagen. Es roch nach Kalk und ein eisiger Luftzug strömte ihr entgegen, der den Geruch frischen Blutes mit sich trug. Kurz wallte das Tier in ihr auf. Sie mußte bald etwas... jagen.
Nach ein paar Metern trat sie in die Tropfsteinhöhle. Sie war riesig. Armdicke Stalaktiten hingen Ellenlang von der Decke und ebenso starke Stalakmiten verliehen der Höhle ein Fremdartiges aussehen. Die Wassertopfen hallten vielfach wieder, ebenso wie das prasseln und Zischen der Pechfackeln.
In ihrem Schein erkannte Nathalia ein nahezu Kreisrundes Lager, mit Fellen ausgelegt.
An dem Punkt, der am weitesten von ihr entfernt lag, bildeten die Tropfsteine eine Art natürlichen Thron der mit einem Bärenfell ausgelegt war. Auf ihm saß herrisch eine Gestalt. Sie trug das Gewand eines einfachen Mönches. Der Schatten der Kapuze ließ das Gesicht, bis auf das aristokratisch zulaufende Kinn, nicht erkennen.
Als er Nathalia erblickte, nickte er.
"Ich bin Krak, für dich Fürst Krak. Nenne deinen Namen, Erzeuger, Clan und Generation. Dann setz dich und schweige, bis ich dich zum sprechen auffordere," er wies auf die Felle. Seine Hände waren feingliedrig und stark zugleich. "Ich erwarte noch Gäste und ich hasse es, mich zu wiederholen," fügte er etwas freundlicher hinzu.
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« Antworten #1 am: Juni 20, 2009, 11:40:27 »

Nathalia bewegte sich zielstrebig in die Höhle hinein. Sie empfand es als Kalt. Ihr Kleid klebte an ihrem Körper und war überzogen mit Schlamm und Resten aus dem Fluss. Irgendwie kamen ihr Bilder in den Sinn aus den letzten Tagen. Es war wie ein Traum, den sie entfernt erlebt hatte. Das Einzige, was sie aufmuntern konnte, war die Stimme gewesen. Im Schein des Feuers, welches ihr Unbehagen bereitete, kam sie näher auf den Fürsten zu. Ihre Augen suchten die Umgebung ab. Es konnte noch alles wichtig sein, falls sie fliehen musste.

Was machte ein Herscher nur unter dieser Burg? War er ein Vampire, so wie ich und Elaine?

Nathalia fuhr sich mit beiden Händen durch ihr nasses, braunes Haar, welches sie hinter ihre Ohren zurück schob. Ihre Haut war bleich. An ihrem nackten Oberarm konnte man jedoch einige starke Sehnen erkennen. Das Mädchen wirkte nicht kraftlos sondern eher wie eine erfahrene Jägerin, wenn man das Muskelspiel bedachte. Ihre Rundungen waren durchaus weiblich, sogar mehr als zu ihren menschlichen Lebzeiten. Für ein Mädchen aus dieser Zeit wirkt sie groß. Ihr Körper und ihr Gesicht sind leicht vom Wetter gegerbt...vielleicht ist im Fackelschein noch ein leichter, bräunlicher Ton auf ihrer Haut zu sehen.

Nun stand sie vor dem Throne und war sich unsicher. Ihr hallten Worte im Kopf wieder. Es ging zurück auf ein Gespräch, welches sie mit Elaine geführt hatte. Sie hatte sich ihr Vorgestellt. Der Name des Clans war auch gefallen. Es war sowas wie ein Drache gewesen. In Gedanken spielte sie die Vorstellung durch.

Ich bin Nathalia Salem, Elaine war meine neue... Sie brach in ihrem Fluss ab, straffte sich dann jedoch und senkte den Kopf vor dem Fürsten. Sie ging sogar zu einem Knicks, hielt ihr Kleid dabei ausladent zur Seite. Mit dem schweren Kleid fiel es ihr schwer, dann sie auf und hielt den Blick fest auf den Fürsten gerichtet.

"Ich bin Nathalia Salem; Elaine war meine Schafferin. Mir wurde gesagt, dass ich zum Clan der...der Unholde oder Tzimisce. Meine Generation...ich weiß nicht, was sie haben wollen, mein Fürst. Ich ich habe nur Worte gehört und weiß nichts von einer Generation. Elaine erzählte mir etwas von ihren Vorfahren. Wenn ich über lege bin ich nun ein Kind von Elaine,Tänzerin der Winde. Mein Großvater war Dion, dessen Vater war Ivar, dessen Vater ist Veyla, König hinter dem Berg, dessen Vater ist Yorak, der das Kind des Ältesten ist."

Die Stimme gefiel ihr gar nicht und irgendwie hatte sie es geschafft, die Worte aus ihren Kopf zu ziehen. Sie wirkte unsicher und gar nicht Stolz. Sie hatte Angst, hier zu stehen. Sie hatte geendet und setzte sich auf die Felle. Ihre Beine zog sie zu ihren Körper und schlang die Hände drumherum. Ihr war verdammt kalt.
« Letzte Änderung: Juni 20, 2009, 11:42:59 von Alukard » Gespeichert

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« Antworten #2 am: Juni 26, 2009, 20:31:36 »

Nach einer Weile des Schweigens hatten sich weder Krak noch Nathalia bewegt.
Schließlich stand Kark auf. Er war von erstaunlicher Größe, ging gerade, maschierte beihnahe im Rythmus der fallenden Wassertropfen. Sein Gesicht war das eines Einheimischen, glatt rasiert. Selbst von ihrer Froschperspektive aus konnte sie keinen Blick auf seine Augen erhaschen. Seine Kapuze war wirklich tief ind Gesicht gezogen.
Er nahm das polsternde Bärenfell von seinem Thron ung ging zu Nathalia hinüber. Dann tat er etwas unerwartetes, väterliches: Er legte Nathalia das Fell wie eine Decke um die Schultern. Dennoch sagte er kein Wort. Er ging einfach tiefer in die Höhle und ließ Nathalia allein. Das Fell war feucht von der Luft und roch dementsprechend. Es mußte uralt sein, denn sein Zustand war weit entfernt von geschmeidig. Nathalia wußte nicht was sie wärmte: Die Decke oder das Gefühl, nicht ganz verlassen zu sein.
Dann hörte sie etwas: Ein Schaben. Es kam aus der Öffnung, durch die sich Nathalia ins innere der Höhle gezwängt hatte.


--- eine halbe Stunde nach Mitternacht am Fuß des Kalksteinplateaus ---

Heinrich, der Ventrue, war aufgelöst. Schmerz und Hunger nagten an ihm. Zwei Tage war er gelaufen, seit  zwei Tagen hatte eine seltsame Macht seinen Geist ergriffen, hatte seinen Weg hierher gelenkt. Adell, seine Erzeugerin hatte ihn fort geschickt, um sich ihrem letzten Duell zu stellen. Sie hatte verloren und war gefallen. Das hatte er aus der Ferne eindeutig gespürt, auch wenn er nicht wußte, wodurch. Sie waren verbunden gewesen.
Etwas rumorte ihn ihm. Gehe mit Stolz hatte Adell gesagt. Wo war sein Stolz jetzt?

Er hatte ungesehen die Burg umrundet. Der Eingang, vielmehr die Felsspalte, die er suchte, fand er schnell. Ein Bild vor seinem inneren Auge ließ es zweifelsfrei erkennen, obwohl er selbst noch nie hier gewesen war.

Etwas beunruhigte ihn. Aus dem Fluß kamen Spuren. Schleifspuren. Heinrich konnte sich keinen Reim darauf machen. Jedenfalls hatte sich Etwas oder Jemand anscheinend aus dem Wasser erhoben und sich zielsicher durch den Riß im Fels gezwängt.
Aber er mußte nunmal hinein. Heinrich drehte sich zur Seite und ging seitwärts wie ein Krebs voran. Sein Kettenhemd schabte über den Stein.
Er tastete sich in der Dunkelheit voran, immernoch von einem unsichtbaren Marionettenspieler gelenkt, aber auf alles gefasst. Nach einer Biegung hinter dem Eingang sah er Fackellicht. Er mußte fürchten, stecken zu bleiben, doch schnell hatte er die Enge überwunden. Er trat in eine Tropfsteinhöhle, die von Pechfackeln flackernd erhellt war.
Er erwartete einen Fürsten, Krag sollte sein Name sein. Die Höhle wirkte garnicht wie eine Residenz, eher ursprünglich und nicht von Menschenhand verändert.
Als er tiefer hineinging, stieß er auf eine Art Thron, der natürlich von Stalagmiten und Stalagtiten geformt wurde. Der Boden davor war kreisrund mit Fellen ausgelegt. Auf ihnen saß, mit einem solchen Fell um die Schultern, ein Mädchen. Die Schleifspuren denen er gefolgt war, endeten vor dem weichen Bodenbelag. Und tatsächlich war der Schlamm und die allgemeine Nässe des Mädchens eine Erklärung.
Sie schien zu frieren, hatte die Beine an den Körper gezogen.
« Letzte Änderung: Juli 02, 2009, 02:19:23 von Wuschel » Gespeichert
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« Antworten #3 am: Juli 02, 2009, 17:32:53 »

Heinrich trat in die Dunkle Welt ein die aus Tropfsteinen und allgemeneiner Feuchtigkeit bestand. Das erlebte kam ihm vor als wäre es schon ewig her. Adell, die Verfluchte Hexe, das Dorf, die Ritter, sein neuer Todfeind. Er hatte solchen hunger, er war schon ewig gelaufen fast ohne unterlass. Andere wären schon zusammengebrochen. So frisch sah Heinrich nicht mehr aus mit seinen Augenringen und seiner Haut die noch blasser war als normal, da er noch nichts getrunken hatte. Das hob seinen Dunkelblonden Haarschopf noch mehr ab. Seine Augen wirkten müde und erschöpft. Sein Langschwert baumelte an seiner rechten seite auf hüfthöhe, gehalten durch die Schwertscheide die wiederum an seinem Gürtel Befestigt ist. Sein Kettenhemd scheppert immer wieder, und sein Schild hat schonmal bessere tage gesehen der doch ein wenig zerbeult rüberkammen. Heinrich trug noch über dem Kettenhemd den Wappenrock seines Ordens. Dazu noch die Braunen stiefel die sehr abgetragen wirken. Er sieht sich um bis sein Blick auf das Mädchen fällt.

"Gott zum gruß."
« Letzte Änderung: Juli 02, 2009, 18:28:15 von Malek » Gespeichert
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« Antworten #4 am: Juli 02, 2009, 19:51:57 »

Was hatte das nun wieder zu bedeuten? Er legte ihr mitfühlend ein Fell um die Schultern. Nathalia war abgelenkt und hing ihren Gedanken nach. Sie hörte nichts. Instinktiv ergriff sie das Fell und zog es eng an sich. Die ganze Brühe...es stank bestimmt schon. Sie brauchte dringend ein Bad, neue Kleider oder eine Rüstung. Irgendwas leichtes musste ihr Helfen. Sie musste sich entsprechend ihres jetzigen Standes kleiden.

Ein Geräusch ließ sie aufhorchen. Das Schaben von Metall auf Stein. Sie stand auf Wer mochte das wohl sein? Bereit sich auf den Gegner zu stürzen, sah sie gebannt auf den Durchgang. Als sie den Typen sah, blinzelte sie nur. Ein Ritter? Was war das für ein Wappenrock? Ein Kreuzritter?! Nathalia ging in die Knie und sah zu dem Ritter auf und bekreuzigte sich automatisch.

"Guten Abend mein Herr."

Sie hielt den Kopf gesenkt und schaute nur schüchtern auf. Er war eines ganz anderen Standes. Nein, sie hatte keinen Grund wütend zu sein oder ihm die Haut vom Leib zu reißen, war auch sinnlos. Er war keiner der Heiligen Streiter. Er war etwas anderes. Keine Ahnung, was der hier wollte. Sie lächelte, sah auf und wartete nun auf weitere Worte von diesem jungen Herren. Schlecht sah er ja nicht aus... .

« Letzte Änderung: Juli 02, 2009, 19:59:16 von Alukard » Gespeichert

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« Antworten #5 am: Juli 02, 2009, 20:02:12 »

Heinrich stöhnte sofort entnervt auf. Das die Leute immer vor ihm knieten. Er packte sie unter die Arme und zog sie hoch und lies dann auch wieder sofort von ihr ab.

"Ihr müsst nicht vor mir knien."

Er schaute auf die Unbekannte runter, er konnte bei seinen 1.80m nichts anderes tun.
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« Antworten #6 am: Juli 02, 2009, 20:04:27 »

Natahlia fehlten ehrlich gesagt die Worte.
Sie sah den fremden, jungen Mann an, suchte in seinen Augen nach einer Antwort.

"Ähm, danke...ich weiß das zu schätzen, aber euch gebührt Respekt.
Ich bin Nathalia Salem."

Stellte sie sich vor und sah zu ihm auf.
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« Antworten #7 am: Juli 02, 2009, 21:47:11 »

"Respekt ist eine sache aber deswegen muss man nicht vor mir knien."

Heinrich hob kurz eine Augenbraue als man ihn so anstarrte. Er ließ einmal geräusch voll seinen Nacken knacksen und sah sich um. Warum war er hier was sollte der Mist?

"Ich heisse übrigens Heinrich. Was ist das hier für ein Ort?"
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« Antworten #8 am: Juli 02, 2009, 22:08:49 »

Nathalia ließ sich wieder auf den Fellen nieder und zog das dicken Bärenfell wieder über ihre Schultern. Heinrich konnte deutlich erkennen, dass hinter dem schmutzigen Mädchen auch eine kleine Schönheit verborgen lag. Sie war nur ziemlich nass. Ihre Hände umklammerten das Fell, als wenn sie fror. Sie wollte gerade ihre Gedanken auf den Fürsten bzw. anderen Ritter ausrichten, der eben gegangen war...was wusste er, was sie selbst nicht wusste?

"Was...ja. Dies ist die Höhle von Fürst Krak. Ich bin durch eine Wahnwitzige Flucht hierher gekommen. Ich soll mich hier ruhig verhalten und auf ihn warten. Ich habe eben vor ihm gekniet...mich höflich vorgestellt und mehr weiß ich auch nicht. Er ist aber wohl ein...Va... .

Was ist mit euch, mein Herr Heinrich?"

Nathalia verschluckte die letzten Silben des Wortes Vampire. Sie konnte diesem Fremden noch nciht genug trauen. War er auch ein Vampire? Sie konnte es nicht mit Sicherheit sagen, sodass sie nun wieder schwieg. Sie griff stattdessen in das Bärenfell und schaute in weite Ferne, als wenn sie etwas bedrückte. Scheinbar wollte sie nicht mehr sagen oder war nur geistig abgelenkt.
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« Antworten #9 am: Juli 02, 2009, 22:16:54 »

"Tja was ist mit mir? Ich wurde hergeschickt. Und nennt mich nicht her da komm ich mir ja albern vor."

Adell wo hast du mich reinmanövriert?Heinrich fuhr sich mit seiner rechten Hand durch sein Gesicht. Das Mädchen verhielt sich auch komisch.

"Was wolltest du eben sagen?"
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« Antworten #10 am: Juli 02, 2009, 22:33:46 »

Nathalia sah Heinrich entsetzt an. Es gehörte sich einfach nicht für ihren...ihren Stand. Nein...was war sie denn nun? War sie ein anderes Wesen? Ja, aber immer noch mit der gleichen Herkunft. Sie wollte etwas sagen, da sie aus ihren Gedanken gerissen wurde. Eine Bemerkung, doch sie schwieg, bevor sie eine Antwort gab.

"Ich...ich sagte gar nichts mein Herr. Ich muss mich entschuldigen. Es war ein zusammenhangloses Geschwafel.
Gestattet mir, euch Herr zu nennen. Ich habe es so gelernt. Ihr seit doch ein Ritter. Ich behandel euch als solcher."

Nathalia brachte ein Lächeln zu Stande. Sie sah zu Boden und wartete einfach ab. Sie schwieg. Ihre Lippen blieben versiegelt. Sie sah jedenfalls so aus, als wenn sie auf die Rückkehr von Krak warten wollte. Sie seufzte.
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« Antworten #11 am: Juli 02, 2009, 22:43:09 »

"Ganz ehrlich, es behagt mir nicht Herr genannt zu werden, sagt einfach Heinrich zu mir."

Diese Nathalia war komisch, er wusste nicht was er von ihr halten sollte.  Heinrich ließ sich nun neben ihr nieder. Wollte sie jetzt wirklich die ganze zeit warten?
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« Antworten #12 am: Juli 03, 2009, 00:32:21 »

"So so....," erhob sich eine dunkle Stimme aus dem weniger gut beleuchteten Teil der Höhle,
"Heinrich wer?"
Der Mann in der dunklen Mönchsrobe trat hinter dem Thron hervor, ins Licht.
Noch immer lag sein Gesicht im Schatten. Er strahlte für Heinrich etwas unangenehmes aus.
"Doch verzeih` meine Unhöflichkeit... Ich bin Krak, für dich: Fürst Krak."
Heinrich fiel eine Last von den Schultern. Das Innere Ziehen und Zerren, das ihn hierher getrieben hatte, erschlosch.

Der Große Mann schritt zum Thron und setzte sich nieder, auf die baren Steine. Das schien ihn nicht sonderlich zu stören, denn er fuhr fort: "Tritt vor, nenne deinen Namen, Erzeuger, Clan und Generation. Dann setz dich wieder hin und schweige, bis ich dich zum sprechen auffordere."
Er warf Nathalia einen scharfen Blick zu. "Ich erwarte noch Gäste und ich hasse es, mich zu wiederholen," schloss er und verschränkte die Hände in seinem Schoß.
Irgendwie spürten beide Neuankömmlinge etwas... auch wenn der Mann vor ihnen sich Fürst nannte, war etwas an ihm, daß ihnen zeigte, daß er nicht von edlem Geblüt war, als hätte er seine repräsentativen Fähigkeiten hart erlernt.


--- Eine Stunde nach Mitternacht am tiefsten Punkt des Wawel ---

Remy le Duc bewegte sich sehr langsam. Der junge Kappadozianer schlich beiahe die lange Treppe hinunter, die ihn immer tiefer nach unten brachte. Sie entfernte ihn von seinem Erzeuger, der in die Gewalt der Inquisition geraten war. Er konnte nichts tun, als um Hilfe zu bitten, den Herrn, oder wer immer ihn erwarten mochte.
Ein Fürst? Jonathan, sein Vater, Bruder und Mentor zugleich hatte es ihm im Geiste gesagt, während y Aragon ihn widerstandslos abgeführt hatte. Wie sie ihn wohl behandelten? Ob es eine Falle war?

In der letzten Woche hatten sich sein Geist und sein Horizont erweitert, nur um zu erkennen, daß er viel zu wenig wußte, über die Welt, in die er hinein geboren worden war und ihre Schattenseite.
Je weiter Remy nach unten stieg, desto mehr durchdrang feuchter eisenhaltiger Geruch die Luft und desto dunkler wurde es.
Der junge Kainit mußte sich aber nicht mehr auf seine Augen verlassen, um sich zurecht zu finden. Der Blutgeruch wurde stärker, und er spürte unter seinen Fingern die Form des behauenen Kalksteines, in den die Wand übergegeangen war.
Abrupt endete die Treppe. Die letzte Stufe endete an einer Wand. Es war stockdunkel.
Remy tastete sich an der Wand entlang und fand eine enge Nische, aus der der Blutgeruch hinausgeweht wurde.
Ihm blieb nicht anderes, als voranzuschreiten und sich hindurch zupressen.
Er nahm eine Stimme wahr. Sie war dunkel und machtgebietend. Ein Mann schritt im Rythmus von von hunderten Wassertropfen hin und her.
Dann war er durch den Felsspalt hindurch. Ein schwaches Fackellicht. Vielleicht auch nur von einem Span leuchtete. Steine wie Nadeln wuchsen aus dem Boden und von der Decke. Die Tropfsteine schienen eine eigene Melodie zu spielen.
Als er tiefer eintrat, hörte er das Klirren von Metall. Instinktiv kam er hinter einem Stalkmiten zum stehen.
Er hatte einen seitlichlichen Einblick auf eine Ansammlung von Personen:
Ein Kreis war aus Fellen gelegt, auf dem zwei Personen saßen. Ein Ritter des Herrn in weiß und Rot, und ein Mädchen, in ein Bärenfell gehüllt.
Aus den Tropfsteinen hatte sich ein natürlicher Thron gebildet, auf dem eine Gestalt in Mönchskutte saß. Zu ihr gehörte die Stimme, die Remy zuvor vernommen hatte.
"Ich erwarte noch Gäste und ich hasse es, mich zu wiederholen," sagte der Mann bestimmt.
« Letzte Änderung: August 13, 2009, 17:31:04 von Wuschel » Gespeichert
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« Antworten #13 am: August 13, 2009, 18:52:15 »

Heinrich wusste nicht was er von der ganzen Situation halten sollte. Wenigstens war dieses Gefühl weg von vorher. Er tratt vor wie befohlen und beantwortete seine Fragen.

"Einfach nur Heinrich ich habe keinen Familiennamen. Meine Erzeugerin hiess Adell, ich gehöre zum Ventrue, und was für eine Generation?"

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« Antworten #14 am: August 13, 2009, 21:36:40 »

"Adell..." er setzte die Kapuze ab und zog die Augenbrauen hoch. Sein Kopf war ganz haarlos. In Stirnhöhe ragten dornenartige kreisförmig nach oben gebogene Knochenauswüchse aus seinem Schädel. Die Augen leichteten in einem ungesunden rot.
"Das Formen des Fleisches..." raunte es durch Nathalias Kopf.

Krak beugte sich vor: "Ich fühlte, daß sie starb." Seine Mimik wirkte fast traurig, "Du bist also die seltsame Präsenz, die ich fühlte," nickte er, sich selbst zu bestätigen.
"Setz dich Heinrich, und erzähle uns deine Geschichte. Doch zuvor..."
er drehte sich behäbig, aber zielsicher in Remys Richtung.
"Tritt hervor Fremder, nenne deinen Namen, Erzeuger, Clan und Generation, dann stetze dich zu den anderen." Die roten Augen erfassten Remy und fixierten ihn. Seine Stimme war befehlend, aber nicht kalt.
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